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03.08.2012  |  von Gisela Keller  |  0 Kommentare

Friedrichshafen So stehen Friedrichshafener zum Glasverbot

Friedrichshafen -  Gäste begrüßen das nächtliche Verbot, etwa am Alten Campingplatz. Anders als in Konstanz, wo ein Glasverbot jüngst gekippt wurde, geht das Glasverbot in Manzell nicht auf eine Änderung der Polizeiverordnung sondern auf eine Allgemeinverfügung der Stadt Friedrichshafen zurück.

Tagsüber ein Idyll mit Badespaß für Jung und Alt: das Freizeitgelände am Alten Campingplatz in Manzell. Nachts ist hier Party – Glasscherben oft inklusive.  Bild: keller

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Mit einem Urteil hat der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim am Freitag das Konstanzer Glasverbot nach einem Jahr gekippt. Auch in Friedrichshafen gibt es ein Glasverbot: Am Alten Campingplatz in Manzell ist „das Mitbringen und die Verwendung von Glasbehältnissen in der Zeit von 22 und 8 Uhr untersagt“. Anders als in Konstanz geht das Glasverbot hier nicht auf eine Änderung der Polizeiverordnung sondern auf eine Allgemeinverfügung der Stadt Friedrichshafen zurück. Eine solche zu erlassen, liegt in der Kompetenz der Stadt, erläuterte Pressesprecherin Andrea Gärtner.


Stimmen zum Glasverbot
  • "Viele Flaschen, die hier abends geleert werden, gehen in Scherben. Es gibt keine bessere Lösung als das Glasverbot."
    Andreas Goldberg, Badegast
  • "Wir haben uns hier noch nicht an Scherben verletzt. Wenn wir welche sehen, räumen wir sie weg."
    Katrin Bentele, Badegast
  • "Ich finde es gut, dass hier wegen der Verletzungsgefahr nachts Glasverbot ist. Ich begreife das Urteil zu Konstanz nicht."
    Angela Breyer, Badegast
 

Die Verfügung ist eine Reaktion auf die leidige Erfahrung, dass bei den vielen nächtlichen Partys auf dem Gelände häufig reichlich Alkohol konsumiert wird und in Folge dessen viele der geleerten Flaschen zu Bruch gehen.

Bei Gesprächen mit Badegästen zeigte sich, dass diese das nächtliche Glasverbot begrüßen. Die Menge der Scherben empfindet jeder ein wenig anders, auch wenn einige einen Rückgang im Vergleich zum letzten Jahr beobachtet haben. „Die normalen Leute nehmen ihre Flaschen wieder mit oder werfen sie in die Tonnen“, hat Andreas Goldberg beobachtet, der mit Kleinkind und Hund beim Baden ist. „Wer hier Flaschen rumschmeißt, das ist die Party-Fraktion.“ Einige Jugendliche aus Bremen wundern sich zwar über das Glasverbot, sehen aber den Grund ein. Als große Einschränkung empfinden sie es nicht: „Abends ein Bier am See trinken ist chillig“, finden sie. „Aber das gibt es ja auch in Dosen.“

Seit Juli patrollieren von der Stadt beauftragte Wachleute in unregelmäßigen Abständen auf dem Freizeitgelände und ermahnen, wenn jemand über die Stränge schlägt. Auch das ist eine Maßnahme, die getroffen wurde, damit jeder das Gelände nutzen kann, der sich anständig benimmt. Wer das trotz Ermahnung nicht tut, riskiert einen Platzverweis durch die Polizei. Dieses Jahr wurde bereits einer ausgesprochen.

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Am so genannten Negerbad, dem Strandabschnitt östlich vom Fischbacher Freibad, haben die Naturwarte durch gezieltes Ansprechen von Besuchern die Situation schon deutlich verbessern können. „Die meisten Leute sind verantwortungsbewusst – zumindest, wenn man sie sensibilisiert und nicht zu viel Alkohol im Spiel ist“, erzählen sie. Sie haben auch die Beobachtung gemacht, dass Strandbesucher andere auf Fehlverhalten ansprechen.


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