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Der große Erfolg, der dem Sinfonieorchester Friedrichshafen vor gut einer Woche in der Partnerstadt St. Dié zuteil wurde, machte auch die hiesigen Musikfreunde auf das interessante Programm neugierig – und so war der Festsaal des ehemaligen Klosters Weissenau bei der Matinee am Sonntag restlos besetzt.Den Auftakt bildete das Brandenburgische Konzert in G-Dur von J.S.

Bach. Da es ganz auf Tutti-Solo-Wirkung verzichtet und das Orchester in drei gleichberechtigte Streichergruppen unterteilt ist, kam es zu einem freudig gemeinschaftlich barocken Musizieren. Da entwickelte sich ein überaus fülliger Klang im Raum, der trotz straffen und umsichtigen Dirigats von Joachim Trost aber etwas basslastig wurde. Der vitale Schlusssatz steigerte die Spiellaune noch für eine dahinjagende Gigue in feinen dynamischen Schattierungen.

Ebenso achtete der Dirigent auf sorgfältige Begleitung beim Concerto in g-Moll für zwei Violoncelli und Streichorchester von Antonio Vivaldi, bei dem Kalman Dóbós und Frank Westphal den Solopart in souveränem Spiel übernahmen. Mit großem, tragenden Ton warfen sich die Solisten bei stetem Blickkontakt die Einsätze zu oder ließen sich nach exakt parallelen Passagen auf einen stimmigen Dialog ein. Schöner Instrumentalgesang der beiden Celli entfaltete sich im Adagio bei lebendigem Duettieren. Präzis und virtuos gingen die Solisten im 3. Satz auf gut balancierte Partnerschaft mit dem Orchester ein.

Eine ganz andere Klangatmosphäre schuf Trost mit der „Serenade nach schwedischen Volksmelodien für Streichorchester“ von Max Bruch. Rhythmisch zupackend und straff im Duktus klang der „Marsch“, der mitunter majestätische Züge erhielt. Sehnsüchtig intonierten die Celli das Andante-Thema, ein schwedisches Liebeslied, gesanglich von den Geigen aufgenommen. Tänzerisch dagegen wirkte das Allegro in spritziger Spielweise, zu dem sich ein 2. Andante in strömender Liedhaftigkeit abhob. Überraschend zart verklang der Schlussmarsch.

Eine weiteres Cello-Solo bereicherte das Programm, bei dem Frank Westphal in beseeltem Ton das „Gebet“ aus „Jewish Life“ von Ernst Bloch spielte und zu ausdrucksvoller Kantilene steigerte. Dabei traf er den Tonfall jüdischer Musik bei einfühlsamer Orchesterbegleitung.

Von der Besonderheit und Länge des Stückes her bildete die „Fantasia on a Theme by Thomas Tallis“ von Ralph Vaughan Williams den Höhepunkt der Matinée. Für eine effektvolle räumliche Wirkung war das Orchester in drei unterschiedlich große Gruppen aufgeteilt: das große Orchester, eine räumlich davon getrennte kleine Musikergruppe und ein Streichquartett. Es war so spannend wie reizvolle zu verfolgen, wie das würdige Renaissance-Thema zu zartem Tremolo stilvollen Charakter erhielt oder von der Seitengruppe für eine räumliche Klangwirkung aufgenommen und so mit den anderen Gruppen zusammen in immer neuen Klangfacetten bei terrassenartiger Dynamik aufblühte.

Für den reichen Beifall bedankten sich der Dirigent und die engagierten Musiker noch mit einem frisch aufgespielten Folksong, einer Irish Tune von Percy A. Grainger.

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