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18.02.2013  |  von  |  2 Kommentare

Friedrichshafen Sicherheitsdienst am Klinikum Friedrichshafen: Mehr Schutz vor Randale

Friedrichshafen -  Nachdem das Personal des Klinikums Friedrichshafen häufiger Aggressionen ausgesetzt ist, wird nachts ein Sicherheitsdienst eingesetzt.



Es passiert nicht alle Tage, und doch kommt es vor. So wie vor knapp vier Wochen, als ein 29-jähriger Patient im Klinikum randalierte. Der Mann hatte erheblich Alkohol getrunken und war am späten Abend gestürzt, weshalb er ins Krankenhaus gebracht wurde, damit er ärztlich versorgt werden konnte. Kurz nach Mitternacht verließ der Mann aber sein Zimmer auf der zentralen Aufnahmestation, schrie herum und verhielt sich den Schwestern gegenüber sehr aggressiv. Das Klinikpersonal rief letztlich die Polizei, um den Patienten zur Räson zu bringen. Die traf kurz darauf ein, konnte den renitenten Mann allerdings ebenfalls nicht beruhigen und nahm ihn mit. Den Rest der Nacht musste der 29-Jährige in der Ausnüchterungszelle verbringen...

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Gerade in der Notaufnahme werden mitunter Patienten eingeliefert, die nicht nur ärztliche Hilfe brauchen, sondern sich körperlich oder psychisch in einer Ausnahmesituation befinden, was die Reizschwelle für Aggressionen sinken lässt. Dazu kommen Volltrunkene, die kaum noch Herr ihrer Sinne sind – auch wenn jene, die unfreiwillig zur Blutabnahme gebeten werden, von Polizeibeamten begleitet und in der Regel auch wieder mitgenommen werden. Nicht zuletzt werden Patienten aber auch von unruhigen oder ungeduldigen Angehörigen oder Freunden begleitet, die zuweilen ausfällig werden, zumal es außer im Mutter-Kind-Zentrum keine geregelten Besuchszeiten im Klinikum gibt und die einzelnen Stationen sehr offen gestaltet sind. Stellt sich die Frage: Wie sicher sind die Mitarbeiter des Klinikums und die Patienten vor solchen Mitmenschen?

„Wir versuchen, die Risiken richtig einzuschätzen und entsprechend zu agieren“, sagt Unternehmenssprecherin Susann Ganzert. Tagsüber seien genügend Leute im Haus, um problematische Situationen zu handeln. Und nachts ist seit September 2011 ein Sicherheitsdienst engagiert. Der sei eingerichtet worden, weil Mitarbeiter des Hauses dies begründet gefordert hatten. „Das Verhalten von Patienten und Besuchern hat sich stark verändert. Ob durch extreme Anspruchshaltung, Alkoholisierung oder Drogenkonsum: Die Hemmschwelle, massiv aufzutreten, ist, wie überall im öffentlichen Leben, gesunken“, erklärt Susann Ganzert, warum die Geschäftsleitung dem nachgekommen ist.

Dieser Sicherheitsdienst ist seitdem jede Nacht zwischen 20 Uhr und 6 Uhr morgens im Haus und greift immer dann ein, wenn Mitarbeiter des Klinikums um Unterstützung bitten, um Sicherheit und Ordnung aufrecht zu erhalten. Dafür ist dieser Security-Beauftragte mit einem mobilen Telefon ausgestattet. Sein Dienstraum befindet sich in unmittelbarer Nähe der Rezeption, die Tag und Nacht besetzt ist. „Wenn Betrunkene ins Haus kommen, fühlen sich die Mitarbeiterinnen hier einfach sicherer, wenn ein Mann in der Nähe ist“, so Ganzert. Auch wenn auf dem Vorplatz mal wieder viele junge Leute warten, weil einer aus der Gruppe ambulant behandelt wird, und sich stationäre Patienten an der Pforte über den Lärm draußen beschweren, kann der Sicherheitsdienst schnell handeln, denn die Mitarbeiterin darf ihren Arbeitsplatz hier nicht verlassen.

Freilich sieht der Sicherheitsdienst auch sonst nach dem Rechten. Drei Mal pro Schicht stehe ein Rundgang auf dem Plan, wobei auch Fenster und Türen – inklusive Ärztehaus – kontrolliert werden, so die Unternehmenssprecherin. Zu seinen Aufgaben gehöre es außerdem, vor allem Mitarbeiterinnen, die Spät- oder Nachtdienst haben, auf Wunsch mit dem Shuttle oder zu Fuß zu begleiten, wenn sie in der dunklen Jahreszeit nicht allein zum Parkhaus gehen wollen.

Bei solchen Fällen wie eingangs beschrieben ist freilich auch ein Sicherheitsdienst unter Umständen überfordert. Dann bleibe nichts anderes übrig, als die Polizei zu alarmieren – mit entsprechenden Konsequenzen für die „Ruhestörer“.

Um das Klinikum Friedrichshafen ist der Medizin Campus Bodensee mit Mutter-Kind-Zentrum, Psychiatrischer Klinik und weiteren Angeboten entstanden.

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Auch jeder Parksünder wird zur Kasse gebeten, mit ... mehr ...
Konsequenzen? Na welche denn...
... diesen versoffenen Typen passiert doch gar nichts. mehr ...
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