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Friedrichshafen

Sechs machen das Rennen

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Die Kulturförderpreisträger 2008 der Stadt Friedrichshafen stehen fest. Aus 34 Bewerbern - zehn mehr als im Vorjahr - wählte die Jury sechs Preisträger aus, die mit einem Förderbetrag von insgesamt rund 15000 Euro bedacht werden. Das neunköpfige Entscheidungsgremium, das sich aus externen Experten und Vertretern des Kulturamtes zusammensetzt und von Bürgermeister Peter Hauswald geleitet wird, entschied sich für je zwei Künstler in den Bereichen Bildende Kunst, Musik und Literatur.

Die größte Konkurrenz bestand, wie auch im Vorjahr, in der Bildenden Kunst. Aus 19 Bewerbungen musste ausgewählt werden - mit Magdalena Abele, aufgewachsen in Kluftern, und Katja Dell, die seit fast zehn Jahren in Wasserburg wohnt, votierte die Jury für gleich zwei Fotografinnen. Mit der Vergabe eines Preises an die 22-jährige Magdalena Abele hat sich die Jury bewusst dafür entschieden, eine Künstlerin zu fördern, "die noch ganz am Anfang steht". Es seien bei der Studentin von der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe schon Ansätze einer eigenen künstlerischen Sprache erkennbar, auch wenn noch Anklänge an Vorbilder erkennbar seien, so die Begründung der Jury.

 

Bereits auf einen erfolgreichen Weg in der Photo-Kunst kann Katja Dell zurückblicken. Arbeiten von ihr wurden in verschiedenen Ausstellungen in Paris gezeigt, sie erhielt 2000 den Kodak-Förderpreis. Frucht ihrer durch Stipendien ermöglichte Aufenthalte in Paris und Tokio war die Photoreihe "Disneyland", in der sich die Künstlerin "mit der Reaktion von Menschen auf die Austauschbarkeit ihrer Umwelt auseinandersetzt", wie die Jury würdigte. Besonders klar war die Entscheidung in der Sparte Popularmusik. Mit dem gebürtigen Tettnanger Karsten Holzapfel wurde ein Künstler ausgezeichnet, der als Komponist, Cellist und Gitarrist in der Jazz-Szene von sich hören macht. Besonders seine Qualitäten als Komponist möchte die Jury gewürdigt sehen und bezeichnete ihn als einen "verspielten Klangmaler, ein Grenzgänger zwischen Jazz, Folklore und neuer Musik". Ebenfalls in Tettnang geboren wurde Birke Falkenroth, die den Förderpreis in der Sparte klassische Musik erhielt. Nachdem die Harfenistin zunächst eine Laufbahn als Polizistin eingeschlagen hatte, entschied sie sich für ein Musikstudium an der Hochschule in Karlsruhe, das sie derzeit in einem Aufbau-Studiengang weiterführt. Besonderes Engagement zeigte sie als Mitglied im Verein "Yehudi Menuhin Live Music Now", der Konzerte in Krankenhäusern, Altersheimen oder Gefängnissen organisiert.

Unter sieben Bewerbern im Bereich Literatur entschieden sich die Juroren für Theaterautorin Ulrike Freisinger und Stefan Blank, der für sein Roman-Projekt "Being Lonley Planet: Thailand" ausgezeichnet wurde. Darin trifft er als Europäer, unterwegs als Rucksack-Tourist nach Art der "Lonley Planet"-Reiseführer, auf die thailändische Kultur, die sich nach wie vor unverfälscht zeigt. Die Jury lobt dabei besonders seinen "flotten, rhythmisch schnellen Stil, der an der anglo-amerikanischen Literatur geschult ist".

Die gebürtige Friedrichshafenerin Ulrike Freising konnte vor allem mit ihren Theaterstücken "Schneefall" und "Feuerlaufen" überzeugen, in denen sie jugendliche Orientierungslosigkeit, Vereinsamungsängste und Konsumfrust thematisiert. Die Jury sieht bei Freising eine besondere Gabe, "existentielle Fragen anzuschneiden, ohne vordergründig bedeutungsschwer zu werden". Die Autorin schaffe es, eine lebendige Atmosphäre in ihren szenischen Anordnungen herzustellen.

Clemens Haustein

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