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Friedrichshafen Schultheater an Pestalozzi-Schule: Ein Stück voller Träume und Fantasien

Rund 60 Jungen und Mädchen standen in der Sporthalle der Pestalozzi-Schule Friedrichshafen auf der Bühne.

Wenn das nicht großes Theater ist. Rund 60 Jungen und Mädchen nahmen sich die Sporthalle der Pestalozzi-Schule als eine raumgreifende Bühne und überraschten das Publikum am Donnerstagabend mit Akrobatik, mit tänzerischer Anmut und einem Stück, das sprachlich alles andere als leichte Kost war. "Der Vogel des Mondes" führte in einen Sultanspalast – und mitten hinein in die alten Erzähltraditionen des Orients.

Eine unerbittliche Frage stand gleich zu Anfang im Raum: Wie muss der Stoff für eine gute Geschichte gewoben sein? Ein alter, weiser Mann – der beste Geschichtenerzähler des Morgenlands – hat diese Frage längst für sich beantwortet. Und er überreicht seine Erkenntnisse, die sich in Form eines Buchs niedergeschlagen haben, dem Sultan. Im Verlauf des Stücks wird das Buch über das Schicksal der Menschen entscheiden. Literatur als Lebensnotwendigkeit, als existenzieller Rohstoff – wenn das nicht ein harter Brocken ist.

"Das Thema ist uns einfach so in die Hände gefallen", sagt Lehrerin Susanne Schmid. Das Medienhaus in Friedrichshafen hatte für ihre Schüler eine orientalische Kiste geschnürt, darin enthalten, ein wundervolles "hoch komplexes Buch". Die Idee zu einem Theaterstück war rasch geboren, es kindgerecht umzusetzen ging weit weniger rasch vonstatten. Schmid entwickelte mit ihrer Kollegin Eva Harms ein Textbuch. Die hohe Tonlage erinnerte sogar an das klassische Drama, doch keiner der jungen Darsteller stolperte auch nur einmal über seinen Text. Traumwandlerisch sicher setzten die Schüler das Gesprochene in Körperhaltung, Mimik und Bewegung um. Seit Schuljahresbeginn hatten Schmid und Harms, die gemeinsam die Theater AG leiten, mit ihren Schützlingen geprobt.

Dass der reichlich abstrakte Stoff beim jungen Publikum nicht zum Durchhänger wurde, dafür hatten sie die Zirkus-AG und die Einrad-AG eingebunden. Denn immer, wenn etwa die Macht der Träume und der Fantasie ins Spiel kam – oder deren Gefährdung – kamen Akrobaten ins Spiel. Sie dürften sich am Vertikaltuch oder an den Ringen hoch hinausschwingen, wenn auch die Träume hoch hinausflogen. Das gab hoch verdienten Szenenapplaus. Gaby Mack und Zuzanna Neuenfeld, die Leiterinnen der Zirkus-AG, hatten ihren Schülern sehr viel Kraft- und Techniktraining verordnet. Und sich selbst ein eisernes Arbeitspensum: Bühnenbild und Kostüme kamen komplett aus ihrer Hand. Auch bei der Koordination der verschiedenen Gruppen sowie der Choreografie klappte alles wie am Schnürchen. Am Ende gab's Blumen für die Lehrerinnen und fürs Publikum den Wunsch: "Nun geht hinaus und lebt eure Träume."

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