Einmal selbst mitbestimmen und als Stadträtinnen Entscheidungen treffen: Die Schülerinnen der Klasse 8b der Realschule St. Elisabeth wurden einige Tage lang zu Kommunalpolitikerinnen. Gestern haben sie beim Planspiel-Finale der Friedrich-Ebert-Stiftung „live“ im Stadtrat Politik gemacht. Die öffentliche Sitzung wurde von Oberbürgermeister Josef Büchelmeier geleitet.
Sie haben diskutiert, beraten und Entscheidungen getroffen: Zwei Tage lang haben 29 Schülerinnen der Realschule St. Elisabeth geübt, wie Politik gemacht wird. Gestern spielten sie einen Tag lang Stadträtinnen beim landesweiten Planspiel Kommunalpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung. Oberbürgermeister Josef Büchelmeier leitete die öffentliche Sitzung der 13- bis 14-jährigen Stadträtinnen. Eine sehr knappe Entscheidung: Mit 15 zu 14 Stimmen beschlossen die jungen Stadträtinnen, den Park für Menschen und Hunde attraktiver zu machen. Ein Jogging-Weg und eine Hundewiese mit Parcours sollen entstehen. Die anfallenden Kosten würden sich auf rund eine Million Euro belaufen. Was muss sich in Friedrichshafen ändern? Was kann die Verwaltung besonders für junge Menschen machen, damit die Stadt lebenswerter wird? Das war das Anliegen aller Fraktionen. Die Zusammensetzung des Gemeinderats sah beim Planspiel etwas anders aus, als in Wirklichkeit: Vier Fraktionen waren vertreten – CDU, SPD, Freie Wähler und die Misch-Fraktion. Wer für welche Partei im Gemeinderat sitzen durfte, hatte das Los entschieden, erklärte Zoe Aicher. Sie gehörte unter anderem mit Pauline Schulz und Lena Gierhake der CDU-Fraktion an. Gut vorbereitet saßen die drei Mädchen da, vor sich fein säuberlich ihre Unterlagen. Sie wussten, was auf sie zukam und waren auf Fragen von OB Büchelmeier gut vorbereitet:
Am Montag, 9. März, hatten die Schülerinnen bereits eine echte Gemeinderatssitzung besucht. Zoe Aicher (CDU) wollte von Oberbürgermeister Josef Büchelmeier unter anderem wissen, warum es im Hallenbad keine Musik mehr gebe. Die Disco im Hallenbad sei deshalb eingestellt worden, weil zu wenige Besucher gekommen wären, entgegnete Büchelmeier. Vor einigen Jahren hatte die Friedrich-Ebert-Stiftung das Planspiel Kommunalpolitik entwickelt. Immer wieder beklagen Politiker das mangelnde Interesse der jungen Leute an Politik. Dem soll mit dem Planspiel entgegengewirkt werden. „Die Schülerinnen machen zum ersten Mal bei einem solchen Projekt mit. Das Planspiel ist klassenintern. Einige sind so von Kommunalpolitik begeistert, dass sie mit dem Gedanken spielen, sich im Jugendrat zu engagieren“, sagte Klassenlehrer Andreas Nusser. Die Idee war, die Mädchen mit einem regionalen Projekt für die Politik zu interessieren, erzählte der 27-Jährige. „Wir haben uns überlegt, was wir vor unserer Haustür machen können.“