Friedrichshafen Schnelle Behandlung ist das A und O

Friedrichshafen – Heute verlassen 40 bis 50 Prozent aller Patienten die Klinik nach einem Schlaganfall in gutem Zustand, ein Drittel der Patienten bleibt behindert und ein Fünftel der Schlaganfall-Patienten stirbt – nicht sofort, aber später an Komplikationen. Das könnte besser sein, denn die Erfolgsaussicht steigt mit jeder Minute, die der Patient früher in Behandlung kommt.Zum heutigen Welt-Schlaganfalltag informiert der Leiter der Neurologischen Klinik in Friedrichshafen, Dr.

Roman Huber, über Chancen, Risiken und Behandlungsmöglichkeiten. In der Klinik landen täglich ein bis zwei Schlaganfallpatienten. Der Experte umreißt die wichtigsten Kennzeichen: Im Gegensatz zum Herzinfarkt tut ein Schlaganfall nicht weh. Typische Symptome sind Lähmungserscheinungen oder Schwächegefühle, die oft einseitig auftreten, Sehstörungen, Gefühlsstörungen, Sprachstörungen aber auch Schwindel und untypisch heftige Kopfschmerzen. Dann heißt es handeln und sofort den Notarzt rufen. „Je früher sie kommen, desto größer ist die Chance auf Heilung oder deutliche Verbesserung“, sagt Huber. Das Zeitfenster für erfolgreiche Behandlung ist auf viereinhalb Stunden begrenzt. Wer einen leichten Schlaganfall ignoriert, für den steigt das Risiko, dass er innerhalb von vier Wochen einen schweren Schlaganfall erleidet, gleich um 20 Prozent. „Deshalb ist es so wichtig die Bevölkerung zu informieren“, sagt der Chefarzt. Für die Zukunft plant Huber Vorträge und sich freut, dass es ab November montags ein Informationsbüro im Klinikum gibt, das mit ehemaligen Schlaganfallpatienten besetzt sein wird.

Arteriosklerose, Cholesterin, Diabetes und Bluthochdruck sind neben genetischer Belastung, Bewegungsmangel und Rauchen die Hauptursachen für einen Schlaganfall. Betroffen sind alle Altersklassen, sogar Kinder und Embryonen, die Häufigkeit steigt ab dem 45. Lebensjahr jedoch drastisch.

In Friedrichshafen befindet sich die Schlaganfalleinheit seit drei Monaten in der frisch etablierten Neurologie. Seither müssen viel weniger Fälle in die Neurochirurgie oder die Neuroradiologie nach Ravensburg, Ulm oder Tübingen überwiesen werden. Vier monitorüberwachte Betten stehen in der Klinik derzeit zur Verfügung, in denen Atmung, Herz, Kreislauf und Gefäße nach Kernspintomografie und Ultraschall für mehrere Tage überwacht werden. Ein Oberarzt, zwei Fachärzte und eine Assistenzärztin sorgen für eine Abdeckung rund um die Uhr. „Aber es werden noch zwei oder drei Ärzte dazu kommen“, sagt Chefarzt Huber, der übers Jahr mit 450 Schlaganfallpatienten rechnet.

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