Friedrichshafen Sara-Lena Maierhofer zeigt Ausstellung „private parts“ in Räumen des Kunstvereins

Mit der Vernissage am Freitag, 21. April, um 19 Uhr eröffnet der Kunstverein Friedrichshafen eine Ausstellung der Künstlerin Sara-Lena Maierhofer. "Die Ausstellung 'private parts' beschreibt die Distanz zwischen Ich und Du, die räumliche und geistige Distanz zwischen Menschen", sagt die Künstlerin.

Sara-Lena Maierhofers collagehafter, recherchebasierter Arbeitsansatz verbinde Bilder und Informationen unterschiedlicher Quellen zu einem facettenreichen Kunstprojekt. Die ausgebildete Fotografin verwendet dabei eigenes und fremdes Bildmaterial, Objekte und Videos. Sara-Lena Maierhofer thematisiert, ab wann zwischenmenschliche Nähe intim ist und wie dieses Empfinden kulturell variiert. Sie arbeitet auf der Grundlage von soziologischen und anthropologischen Erkenntnissen und setzt ihre Eindrücke visuell vielseitig um. "Private parts" beschreibt laut Maierhofer außerdem, wie sich die Distanz in der digitalen Zeit verändert. Unterschiede zwischen Generationen im Gebrauch von Facebook oder Instagram nennt die 35-Jährige als Beispiel. Es stellt sich die Frage, welche Veränderungen sich für die Privatsphäre ergeben.

In der Ausstellung gibt es einen speziellen Audiorundgang. "Den Audioguide habe ich selbst eingesprochen. Er informiert den Betrachter und ist gleichzeitig Brücke und Mittler zwischen Künstler und Besucher", sagt Sara-Lena Maierhofer. Eine Auslageordnung im Obergeschoss bietet interessierten Besuchern nach Angaben des Kunstvereins zudem die Möglichkeit, Einblicke in den Rechercheprozess der Künstlerin zu erhalten und sich in den Thematiken der Ausstellung weiter zu vertiefen.

Das Interesse an dem Thema Distanz habe sich laut Maierhofer aus einem vorhergehenden Projekt entwickelt. Vor sechs Jahren arbeitete sie an einem visuellen Portrait des deutschen Hochstaplers Christian Karl Gerhartsreiter, der unter dem Namen Clark Rockefeller bekannt ist. Dieser lebte 30 Jahre unter verschiedenen Identitäten in den USA, bis er schließlich 2008 gefasst wurde. Die Künstlerin ist nach eigenen Angaben seinen Spuren gefolgt, hat Menschen und Orte in den USA aufgesucht, die Teil seiner unterschiedlichen Leben waren. "Ich habe versucht, die Figur des Hochstaplers zu beschreiben und gleichzeitig die Person Christian Karl Gerhartsreiter und seine Motivation zu verstehen. Während dieser Arbeit war ich auch mit Fragen zu der Intimsphäre eines Menschen konfrontiert", sagt die Künstlerin. Sie fragte sich, was sie als Außenstehender berichten darf und wie nah man einer anderen Person kommen kann.

Ein Künstlergespräch mit Sara-Lena Maierhofer findet am Samstag, 22. April, um 11 Uhr im Kunstverein statt.

Zur Person

Sara-Lena Maierhofer studierte Fotografie an der Fachholschule Bielefeld, wo sie 2011 ihr Diplom abschloss. Im selben Jahr war sie Teil der renommierten Nachwuchsplattform „Gute Aussichten – Junge Deutsche Fotografie“. 2013 gewann sie den Dokumentarfotografie Förderpreis der Wüstenrot-Stiftung, 2015 war sie Stipendiatin der Kunststiftung Baden-Württemberg. Ihre Projekte wurden bereits in zahlreichen namhaften Institutionen wie dem Fotomuseum Winterthur, C/O Berlin und dem FOAM Museum for Photography in Amsterdam ausgestellt. Sara-Lena Maierhofer lebt und arbeitet in Berlin.

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