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15.06.2012  |  von  |  0 Kommentare

Friedrichshafen Rüstzeug für Berufsmusiker

Friedrichshafen -  In Tettnang geht im Oktober die Akademie für Popularmusik Bodensee-Oberschwaben-Allgäu an den Start

„Das Konzept überzeugt mich absolut“, sagt Tettnangs Bürgermeister Bruno Walter (Mitte) über die Akademie für Popularmusik. Thomas Lutz (Musikalischer Leiter, links) und Wolfram Lutz (Geschäftsführer, rechts) gründen eine Einrichtung für Vorstudium und Weiterbildung.  Bild: Rup

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Kulturredakteur Friedrichshafen

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„Tettnang hat was zu bieten – und es hat davon bald noch mehr“, sagt Tettnangs Bürgermeister Bruno Walter. Die Rede ist von der Akademie für Popularmusik Bodensee-Oberschwaben-Allgäu, die am 6. Oktober ihren Betrieb aufnimmt. Im ehemaligen Forstamt neben dem Neuen Schloss wird die Akademie untergebracht sein, wo sich heute auch die Städtische Galerie befindet. Direkt über der Galerie wird die Akademie logieren.

Die Idee der Neugründung stammt von Thomas Lutz, in der Region bekannt als ehemaliger Leiter des Popularmusikbereichs der Musikschule Friedrichshafen und mittlerweile selbsständig als Lehrer für E-Gitarre und E-Bass. Die Akademie für Popularmusik wird eine private Einrichtung sein, deren Führung Thomas Lutz als künstlerischer Leiter sich mit seinem Namensvetter Wolfram Lutz teilt, bei dem die Geschäftsleitung liegt. Organisatorisch ist die neue Akademie unabhängig von der Städtischen Musikschule Tettnang (die Wolfram Lutz leitet) und auch unabhängig von der Stadt Tettnang – die Räume werden von der Stadt gemietet, Subventionen fließen nicht. Aber Bruno Walter macht keinen Hehl daraus, dass ihn das Konzept begeistert: „Bei vielen hervorragenden Musikern ist es wie bei manchen guten Handwerkern: Sie sind schlechte Kaufleute und scheitern an der ökonomischen Wirklichkeit.“ Dies will die Akademie für Popularmusik ändern.

Sie will ihren Kunden zeigen, was es bedeutet, ein Leben als professioneller Musiker zu führen und ihnen zugleich das Rüstzeug vermitteln, um darin zu bestehen. Damit füllt die Akademie in der Region und darüber hinaus eine Lücke: „Unser Kurs vermittelt genau das, was mir als Jazzmusiker nach dem Abgang von der Hochschule gefehlt hat“, sagt Thomas Lutz und zählt einige wenige Details auf: „Wie vermarktet man sich selbst? Wie ist man als Musiker versichert? Wie macht man seine Steuererklärung? Wie funktionieren Vertragsabschlüsse? Wie schreibt man einen Pressetext? Woran muss man denken, wenn man ein Konzert organisiert? Wie läuft das mit der GEMA? Welche Methoden gibt es gegen panische Bühnenangst?“ Das sind nur einige wenige Fragen, vor denen Musiker in der Praxis stehen.

Wichtig ist Geschäftsführer Wolfram Lutz eines: „Es geht nicht darum, Lehrern an Musikschulen ihre Schüler wegzunehmen. Die Akademie macht ein ergänzendes Angebot. Instrumentalunterricht bieten wir nicht an.“ Natürlich stehen auf dem Stundenplan auch Rhythmik, Harmonielehre, Gehörbildung und Improvisation, und gewonnen wurden dafür Dozenten, die allesamt gestandene Profimusiker aus der Region sind und denen es gelingt, mit der Musik ihren Lebensunterhalt zu bestreiten: der renommierte Bassist, Journalist und Workshop-Autor Wolfgang Kehle (Bereich Harmonielehre, Gehörbildung), der Schlagzeuger Frank Denzinger (Bereich Rhythmik) und Bassist Heiner Merk, der nicht nur ein Fachmann für Improvisation ist, sondern auch Experte in Sachen Studiotechnik.

„Unser Angebot richtet sich an jeden, der ambitioniert Musik machen will“, sagt Thomas Lutz. Offen ist das Angebot für Schüler ab der 10. Klasse – und nach oben gibt es keine Grenze. Die Akademie richtet sich an den talentierten Nachwuchs, der sich für die Aufnahmeprüfung zu einem Studium der Jazz- und Popularmusik vorbereitet genauso wie an den Ruheständler, der sich richtig in sein musikalisches Hobby knien will. Auch Musikpädagogen, die feststellen, dass sie von anspruchsvoller Popularmusik für ihren Unterrichtsalltag zu wenig verstehen, sollen hier eine Anlaufstelle finden. „An der Hochschule beschäftigen sich angehende Musikpädagogen mit Johann Sebastian Bach; und im Alltag haben sie es mit Schülern zu tun, die über HipHop reden“, sagt Thomas Lutz.

Beim Unterricht an der Akademie handelt es sich um einen einjährigen Vorlesungszyklus, der immer samstags in sechs Unterrichtseinheiten von jeweils 45 Minuten stattfindet. Der Unterricht ist so strukturiert, dass er begleitend zu Schule, Ausbildung und Beruf belegt werden kann. Die Teilnahme kostet 175 Euro pro Monat – und liegt damit gemessen am Stundensatz eines Dozenten sehr niedrig.

Anlässlich der Eröffnung findet am Samstag, 20. Oktober, ein Konzert der My-Music-Bigband zusammen mit dem erstklassigen E-Gitarristen Joachim Schönecker statt. Im Anschluss gibt Schönecker den Workshop „Jazzgitarre für Ein- und Umsteiger“. Der Workshop ist für alle zugänglich, Anmeldungen sind ab sofort möglich (Kontakt im nebenstehenden Kasten).

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