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Friedrichshafen Rüstungsgegner demonstrieren vor MTU-Werk

Zirka 60 Menschen folgten am Freitagmittag dem Aufruf von Attac Bodensee, der Initiative „Gegen Waffen vom Bodensee“ und der Friedensinitiativen um den Bodensee zu einer Demonstration vor dem MTU Werk 1 am Maybachplatz.

Rund 60 Menschen demonstrierten vor dem Tor des MTU-Werkes am Maybachplatz bei strömenden Regen gegen Waffenexporte, insbesondere die MTU-Motoren in Leopard-Panzern für Saudi-Arabien. Vorne links einer der Redner, der Journalist Andreas Zumach.
Rund 60 Menschen demonstrierten vor dem Tor des MTU-Werkes am Maybachplatz bei strömenden Regen gegen Waffenexporte, insbesondere die MTU-Motoren in Leopard-Panzern für Saudi-Arabien. Vorne links einer der Redner, der Journalist Andreas Zumach. | Bild: Wex

"Keine Leos für die Saudis!" lautete das Thema der Aktion, die bundesweit in mehreren Städten vor Standorten des Herstellers des Kampfpanzers Leopard II Krauss-Maffei Wegmann bzw. der Zulieferer stattfanden. MTU liefert den Motor. Geplant ist die Lieferung von 270 Leopard II an Saudi Arabien, nach Medienberichten soll Saudi Arabien sogar Interesse an 600 bis 800 dieser Panzer haben.

Veranstaltungsleiter Lothar Höfler von Attac Lindau erklärte, mit diesen Demonstrationen wolle man die Öffentlichkeit ein weiteres Mal darauf aufmerksam machen, dass die Rüstungsindustrie in Deutschland wachse. Es liege auf Rang 3 hinter den USA und Russland. Rupert Neudeck, Gründer von Cap Anamur und der Friedensinitiative Grünhelme, sollte eigentlich bei der Veranstaltung auftreten, war jedoch gesundheitlich verhindert. Höfler verlas deshalb die Rede Neudecks. Dieser erinnerte daran, dass man in Deutschland nach den Erfahrungen des ersten und zweiten Weltkriegs einmal geschworen habe, dass nie wieder Krieg von deutschen Bodens aus gehen solle. Jetzt lieferten deutsche Unternehmen Waffen in die ganze Welt. Besonders problematisch sei dies im Nahen Osten. Leopard II für Saudi Arabien und Schnellboote für Israel. Damit müsse Schluss sein fordert Neudeck.

Der Journalist und Publizist Andreas Zumach, der unter anderem als Korrespondent bei den Vereinten Nationen in Genf tätig, nannte es den „größten permanenten Skandal der Deutschen Politik“, dass es möglich sei, deutsche Waffen ins Ausland zu liefern – insbesondere auch in den Nahen Osten, wo die westliche Welt bis zum arabischen Frühling Diktaturen unterstützt habe. Gute Geschäftspartner für die die profitorientierten Waffenhersteller, wie die MTU. „Es gibt und gab Alternativen“, meinte Zumach. Unternehmen wie die MTU könnten auch erfolgreich zivile Produkte herstellen. Er forderte eine Änderung des Grundgesetzes, um Waffenexporte aus Deutschland grundsätzlich zu verbieten.

Höfler kündigte an, die Initiativen würden nicht das letzte Mal vor dem MTU-Tor demonstrieren.

Eine kurze, spontane Blockade der Zu- und Ausfahrt der MTU ließ die Polizei zu.
Eine kurze, spontane Blockade der Zu- und Ausfahrt der MTU ließ die Polizei zu. | Bild: Georg Wex

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