Vom "La Pergola" auf dem Dach des Hotels geht der Blick direkt auf den Petersdom, die Speisekarte des Restaurants gilt unter Feinschmeckern als mit das Beste, was römische Restaurants zu bieten haben. Drei Michelin Sterne kann sich Heinz Beck heute an die Brust heften und zählt damit zur Weltelite seiner Zunft. Er betreibt fünf Restaurants, eines davon in London, drei in Italien und eines an der Algarve, das im September eröffnete wurde.
Heinz Beck ist Friedrichshafen treu geblieben, auch nachdem er die Stadt 1965 mit seinen Eltern in Richtung Altötting verließ. „Meine Großeltern haben hier gelebt. Bis zu ihrem Tod war ich oft am Bodensee“, erzählt Beck. „Ich habe hier viele Ferienzeiten verbracht. Vor allem das Frühjahr und der Sommer haben mich gereizt. Ich war oft auf der Mainau, habe das Pfahlbauten-Museum in Unteruhldingen besucht oder wir fuhren nach Lindau.“ Heinz Beck spricht das Deutsche mittlerweile mit einem leichten Akzent, oft sucht er kurz nach dem Begriff in seiner Muttersprache, verfällt ins Englische oder flicht italienische Brocken ein. Er ist viel auf dem Globus unterwegs, ist wenige Stunden vor dem Interview aus New York zurückgekommen, davor war er Chikago, Hongkong und Sydney.
Zu seinem Beruf ist der heute mit Auszeichnungen überschüttete Koch mehr oder weniger aus Protest gegen den Vater gekommen: „Ich wollte Maler werden“, erzählt er, „an der Kunstakademie studieren, aber das wollte mein Vater nicht.“ Malerei könne er als Hobby betreiben, aber er solle etwas Anständiges lernen. Da suchte sich Heinz Beck einen Ausbildungsplatz in Bad Füssing, lernte dort „in einem ganz traditionellen Haus“, wie er heute berichtet, und begann danach seine Karriere. 1994 bekam er das La Pergola im Waldorf Astoria angeboten, qualifizierte sich 1998 als Professioneller Sommelier und ein Jahr später verlieh im der Michelin den ersten Stern für seine Kochkunst.
Von Kunst will Heinz Beck allerdings nicht reden, wenn es ums Kochen geht: „Kochen ist Handwerk“, meint er. Gekochtes sei zu kurzlebig, um als Kunst gelten zu können. Aber Heinz Beck ist stolz auf seine Auszeichnungen, die ihn antreiben immer wieder neues auszuprobieren, kreativ zu sein, Neues zu suchen und zu entdecken. „Wir sind, was wir essen“, ist sein Credo. Das Essen müsse gesund sein, gut schmecken und gut aussehen, darauf liege sein Fokus. Wenn es dann auch noch witzig sei, sie dies eine besondere Note.
Heinz Beck hat sich vielen sozialen Projekten verschrieben. So veröffentlichte er ein Kochbuch, dass sich mit dem Bluthochdruck befasst: „Mit der richtigen Ernährung können wir in den meisten Fällen, den Bluthochdruck um 50 Prozent senken“, erklärt er. Auch der Fettleibigkeit von Kindern will er mit guter Ernährung zu Leibe rücken: „Ich habe gerade ein Kinderkochbuch geschrieben. Das wird jetzt von den Kinderärzten in Italien kostenlos verteilt.“
Auch, wenn Heinz Beck viel um den Globus reist, Rom ist zu seiner Heimat geworden. „Die italienische Küche biete viel und Italien liefere viele gute Produkte für die Küche“, und dabei schweift vermutlich sein Blick aus dem Restaurant vom Monte Marion über den Tiber auf die Engelsburg und den Vatikan.