Friedrichshafen (juc) Ungefähr 500 so genannte Bedränger-Bäume müssen im Riedlewald im Februar weichen – weitere rund 1000 kommen in den nächsten zehn Jahren dazu (der SÜDKURIER berichtete). Das seien zu viele, sind sich einige Häfler einig und äußerten sich in der Bürgerfragestunde des Gemeinderats. Sie forderten unter anderem eine weitere Begehung des Riedlewaldes und dass weniger Bäume gefällt werden. Baubürgermeister Stefan Köhler versicherte daraufhin, eine weitere Begehung des Riedlewaldes zu unternehmen.
Jürgen Kurlbaum wies in der Bürgerfragestunde darauf hin, dass in dem Konzept, dem die Gemeinderäte zustimmten, von keiner Anzahl der zu fällenden Bäume die Rede gewesen sei. Ob sie sich dessen bei der Zustimmung bewusst gewesen seien, wollte der Häfler wissen. Günther Maile, Vorsitzender der Ortsgruppe Friedrichshafen des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) sagte: „Kurz vor Weihnachten war eine Führung durch den Riedlewald geplant. Sie wurde kurzfristig abgesagt. Diese hätten wir gerne. Zudem möchten wir, dass zwei Wochen vor der Fällaktion diejenigen Bäume, die weg müssen, markiert werden. Wir Bürger würden gerne wissen, welcher Baum weg muss und welcher nicht.“ Mit drei blauen Punkten markierte Bäume seien Habitat-Bäume, die ökologisch wertvoll seien und deshalb stehen bleiben würden, teilt Förster Martin Roth dem SÜDKURIER auf Anfrage mit. Er sagt: „Die zu fällenden Bäume sind noch nicht markiert. Alle weiteren Zeichen, die jetzt an den Stämmen zu sehen sind, beispielsweise Striche und Ringe, sind Markierungen eines alten Konzepts. Sie sind jetzt hinfällig.“
Ansgar Roth führte in der Bürgersprechstunde an, dass Oberbürgermeister Büchelmeier versprochen habe, im Riedlewald würden in naher Zukunft mehr Bäume stehen. Er fragte in diesem Zusammenhang, inwiefern das Konzept der Lichtung mit diesem Versprechen in Einklang zu bringen sei. Büchelmeier entgegnete: „Ein Eingriff ist nötig. Da befinden wir uns sicher in einem Dilemma. Es ist leicht, sich an einer großen Zahl zu erhitzen.“ Er stehe hinter den dafür verantwortlichen Mitarbeitern. Der Einschlag soll der Pflege und langfristigen Erhaltung des Waldes dienen und ist auf sechs bis sieben Jahre angelegt. In drei Schritten wird der Einschlag auf einem jeweils ungefähr fünf Hektar großen Gebiet vorgenommen.
Im Vorfeld der Bürgerfragestunde hatte Stadtrat Helge Körber (SPD) Tillmann Stottele, Leiter des Amtes für Umwelt und Naturschutz, aufgefordert, die Markierungen an den Bäumen zu erläutern. In seinem Schreiben forderte auch er einen weiteren Begehungstermin. Stefan Köhler: „Wir können neben der fünften Begehung auch noch eine sechste machen, nur irgendwann sollte man auch mal beginnen.“
