Friedrichshafen Richtungsstreit entzweit Bürgerinitiative Apfelbaumfeld

Ulrich Bernard, bislang einer der beiden Sprecher, ist mit zwei weiteren Führungsmitgliedern aus der Bürgerinitiative Apfelbaumfeld ausgetreten. Er kritisiert zwei seiner einstigen Mitstreiter, die einen anderen Kurs in Sachen Regenerstraße fahren als von Bernard gewünscht.

Die Führungsriege der Bürgerinitiative Apfelbaumfeld ist sich uneins über das weitere Vorgehen und die Ausrichtung der Initiative. Nun hat einer der beiden bisherigen Sprecher, Ulrich Bernard, seinen einstigen Mitstreitern den Rücken gekehrt – und mit ihm zwei weitere Aktive. Auf Nachfrage bestätigte Ulrich Bernard, dass er "mit sofortiger Wirkung" in der Vorstandssitzung vom 6. April als geschäftsführender Gesellschafter und Sprecher der Bürgerinitiative zurückgetreten sei. "Meine Gründe liegen zum Einen in nicht länger hinnehmbaren und nicht mehr zu überbrückenden Verhaltensweisen und Vorstellungen zur Zukunft der Bürgerinitiative der beiden Vorstandsmitglieder, Dr. Joachim Bertsch und Herbert Krais", sagt Ulrich Bernard. "Zum Anderen teile ich das bereits von Dr. Bertsch mit der Mandatserteilung an einen Rechtsanwalt eingeleitete Vorgehen, juristisch gegen den Satzungsbeschluss und den Bebauungsplan per Normenkontrolle vorgehen zu wollen, in keinster Weise."

Seit geraumer Zeit wehrt sich die Bürgerinitiative gegen die geplante Bebauung des einstigen, etwa 8500 Quadratmeter großen Apfelbaumfelds in der Regenerstraße mit acht mehrstöckigen Häusern. Auf Anfrage erklärte Joachim Bertsch, der nun mit Krais und Beirat Sigurd Riedmayer das Führungstrio bildet, dass man derzeit juristischen Rat suche und "wir die Erfolgs-Chancen prüfen lassen, unabhängig davon, wie es weitergeht". Bertsch bestätigte auch, dass mit Bernard zwei weitere Vorstandsmitglieder aus der Initiative ausgetreten sind. Die Bürgerinitiative habe nun etwa 95 Mitglieder. Auch die Kostengemeinschaft, die sich zur Bewältigung der finanziellen Aufwendungen aus Anwohnern gebildet hat, sei um ein paar Mitglieder geschrumpft, so Bertsch.

Ulrich Bernard erklärt unterdessen, "dass eine etwas offenere Haltung der Stadt zu einzelnen, den Anwohnern aber wichtigen und durchaus diskussionswürdigen Einzelpunkten der Bauleitplanung die aufgestaute Missstimmung vieler Mitglieder der Bürgerinitiative hätte einbremsen können. Der jetzt "abrupt vollzogene Wechsel von einem moderaten, sich auf Planungsinhalte konzentrierenden Vorstand hin zu einem eher aggressiv vorgehenden, vor allem auf Eigeninteressen bedachten Vorstand", so Bernard, werde die künftigen Diskussionen zum Bebauungsplan "nicht unbedingt verbessern". Das Planwerk soll am kommenden Montag im Gemeinderat verabschiedet werden.

Ganz zurückziehen will sich Bernard nicht. "Wir Anwohner und direkte Anlieger werden, unabhängig von der Bürgerinitiative, mit der Stadt und dem Vorhabenträger im Rahmen der Genehmigungsphase im Gespräch bleiben", kündigt er an.

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