Friedrichshafen Rennradler vom Freundeskreis Uphill beanspruchen Rekordfahrten für sich

Mitglieder des Friedrichshafener Radsportvereins Freundeskreis Uphill (FkU) nehmen zwei Rekorde für sich in Anspruch, was eine Einzelfahrt sowie eine Gruppenfahrt in die Friedrichshafener Partnerstadt Imperia anbelangt.

Der Vorsitzende des Friedrichshafener Radsportvereins Freundeskreis Uphill (FkU), Roland Hecht, ist stolz auf die Leistungen seiner Rennradkollegen und auf seine eigenen: "In Rekordfahrt fuhr der Freundeskreis Uphill als erster Häfler Sportverein am Wochenende von Friedrichshafen zur italienischen Partnerstadt Imperia an die ligurische Riviera", teilt Hecht per Mail mit. Und darum geht es: "Wir haben uns zwei Jahre Vorbereitungszeit bei allergrößter Geheimhaltung genommen und arbeiteten in drei Versuchen in unterschiedlicher Gruppenstärke daran, in einem Rutsch die Distanz von 612 Kilometern zu schaffen", berichtet Hecht. Geheimhaltung sei geboten gewesen, weil "mehrere der anderen fünf Häfler Radsportvereine bereits eine Radfahrt nach Imperia angekündigt jedoch noch nicht vollzogen haben". Die größte Schwierigkeit bei der jüngsten Gruppentour sei gewesen, das richtige Tempo für die acht Tourteilnehmer zu finden. "Man überschätzt sich leicht und fährt bei den dortigen hohen Temperaturen doch etwas zu schnell", erklärt Radsportler Hecht.

"Der vielversprechendste erste Versuch im Sommer 2015 wurde durch einen Sturz überschattet, einer der Teilnehmer verletzte sich schwer und musste in ein Krankenhaus gebracht werden, nachdem die Bergung vom Splügenpass vollzogen war", erzählt Hecht. Die Fahrt wurde nach 403 Nonstop-Kilometern beendet.

Zwei kleinere Gruppen versuchten, im August 2015 und im Juli 2017 erneut bis zum Rathaus in Imperia durchzukommen. Laut Hecht herrschten Temperaturen jenseits von 38 bis 40 Grad Celsius in sengender Sonne auf dem 200 Kilometer langen Streckenabschnitt in der Po-Ebene. "Das hat nahezu allen Teilnehmer irgendwann den Stecker gezogen", berichtet der FkU-Vorsitzende. Allein Felix Klünder habe zweimal nach 520 Kilometern Voltri im Golf von Genua erreicht. "Ein obligatorisches Bad im Meer war dann noch drin, aber nicht das geheimgehaltene Ziel Imperia", erzählt Hecht.

Freude über eine Urkunde des ACSI Sezione di Imperia (von links): Martin Abt, Albin Beyer, Alex Ank, Manni Kiechle, Roland Hecht, Jürgen Wiest, Matze Rittler und Hartwig Plath. <em>Bild: Oskar Hecht</em>
Freude über eine Urkunde des ACSI Sezione di Imperia (von links): Martin Abt, Albin Beyer, Alex Ank, Manni Kiechle, Roland Hecht, Jürgen Wiest, Matze Rittler und Hartwig Plath. Bild: Oskar Hecht

Nun hat eine acht Mann starke Gruppe am Wochenende eine weitere Fahrt nach Imperia gewagt. "Wegen der Erfahrungen haben wir zwei Fahrtage zu je rund 310 Kilometern angesetzt", erklärt der FkU-Vorsitzende Hecht. Am Freitagmorgen um 6 Uhr brachen Hartwig Plath, Manni Kiechle, Alex Ank, Albin Beyer, Matze Rittler, Jürgen Wiest, Roland Hecht und Martin Abt in Friedrichshafen auf, um über das Rheintal, Chur, Thusis auf den 2115 Meter hohen Splügenpass zu fahren. Nachdem die Gruppe den Comer See passiert hatte, wurde nach 317 Kilometern am südlichen Alpenausläufer in Medolago übernachtet. "Nur 4,5 Stunden Nachtruhe mussten reichen", erinnert sich Hecht. "Und das nach einem langen heißen Tag mit einer gemessenen Spitzentemperatur von 43 Grad in Novi Ligure."

Der zweite Tag führte laut Hecht durch die Po-Ebene vorbei an Pavia, Tortona, hinauf auf den berühmten Turchino-Pass. "Nach der Abfahrt des vom Frühjahrsklassiker Mailand-San Remo bekannten Ligurenpasses erreichten wir bei Gesamtkilometer 520 Genua. Aber der härteste Teil der Strecke mit weiteren 100 Kilometern lag noch vor uns." Gegenwind, ständiges Auf und Ab, Hitze und eine fast durchgängig beidseitig von Urlaubern beparkte und stark befahrene Hauptstraße sorgten für fahrerische und körperliche Herausforderungen.

"Wir erreichten das Rathaus in Imperia, machten ein Gruppenfoto und schlossen den offiziellen Teil der Rekordfahrt und das Zweijahresprojekt ab", erzählt Hecht. Das geplante Treffen mit Imperias Sektion des Radsportverbands "ACSI Sezione di Imperia" sei knapp verpasst worden. Denn die für 22.15 Uhr kalkulierte Ankunftszeit wurde wegen der vielen Hitzepausen in der Po-Ebene um gut eine Stunde überschritten. Die Vertreter des ACSI fuhren zum Zeltplatz, auf dem die beiden FkU-Begleiter Oskar Hecht und Gabriel Eberhard für die Häfler Radfahrer das Nachtlager eingerichtet hatten, übergaben ein Willkommensgeschenk und überraschten die Sportler mit einer Urkunde.

"Damit haben wir den Wettlauf nach Imperia gewonnen und die sprichwörtliche Latte für die anderen fünf Häfler Radsportvereine ordentlich hoch gehängt", bilanziert Hecht. Der Freundeskreis Uphill beanspruche den Rekord für die erste Gruppenfahrt nach Imperia für sich. Zudem den Rekord für die schnellste Fahrt nach Imperia. Denn Roland Hecht ist nach eigenen Angaben "noch geheimer und im Stillen" vor drei Wochen die komplette 612-Kilometer-Tour in etwas mehr als 26 Stunden netto gefahren: "Als Vorbereitung bin ich in den vergangen zwei Jahren jeweils zwei bis drei Langdistanzen von 270 bis 350 Kilometern gefahren."

"Wir haben am Samstag schmunzelnd eine kleine FkU-Flagge am Rathaus von Imperia aufgehängt und erwarten nun die sportlichen Conter aus Friedrichshafen", schließt Hecht in Anspielung auf die anderen Häfler Vereine.

Die FkU-Wettfahrt-Chronik

  • Der erste Non-Stopp-Versuch war laut Freundeskreis Uphill (FkU) Anfang Juli 2015. Es seien zehn Teilnehmer gewesen:FelixKlünder, Hartwig Plath, Albin Beyer, Manni Kiechle, Peter Seeger, Urban Rombach, Alex Ank, Axel Fehrenbach, Tobias Metzger, Roland Hecht. Bei Streckenkilometer 200 gab es einen schweren Unfall. Das Tagesergebnis habe damals 403 Kilometer betragen. Zwar wurde Pavia erreicht, aber der Versuch war gesscheitert.
  • Der zweite Non-Stopp-Versuch sei Anfang August 2015 gewesen. Damals starteten Felix Klünder und Roland Hecht. Es habe extreme Hitze in der Po-Ebene geherrscht. Das Tagesergebnis habe 520 Kilometer betragen. Genua wurde erreicht. Der Versuch scheiterte.
  • Der dritte Non-Stopp-Versuch sei am 23. Juni 2017 gewesen. Fahrer seien Felix Klünder, Felix Loepthien und Roland Hecht gewesen. Erneut extreme Hitze in der Po-Ebene. Das Tagesergebnis habe 510 Kilometer betragen. Erreicht wurde Voltri, ein Stadtteil von Genua. Versuch gescheitert.
  • Der vierte Non-Stopp-Versuch sei am 13./14. Juli gewesen. FkU-Vorsitzender Roland Hecht fuhr alleine. Das Tagesergebnis: Es seien 612 Kilometer in etwas mehr als 25 Stunden gefahren worden. Hechts Fazit: Versuch geschafft und Rekord.
  • Eine Zweitagesfahrt sei am 4./5. August 2017 gewesen. Teilnehmer: Albin Beyer, Manni Kiechle, Jürgen Wiest, Matze Rittler, Alex Ank, Hartwig Plath, Martin Abt, Markus Müncheberg und Roland Hecht. Ergebnis: Es wurden zweimal 305 Kilometer. Fazit: Die Radsportgruppe FkU hat den Wettlauf nach Imperia gewonnen.

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