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Friedrichshafen/Oberteuringen Reinhard Friedel will Bürgermeister in Oberteuringen werden

Seit gut zwei Jahren verantwortet Reinhard Friedel das Amt für Bildung, Familie und Sport in Friedrichshafen. Jetzt will der Amtsleiter als Bürgermeister ins Rathaus Oberteuringen umziehen.

Friedrichshafen/Oberteuringen – Wenn es nach Reinhard Friedel geht, braucht die Stadt Friedrichshafen ab Herbst einen neuen Leiter im größten Amt des Rathauses. Seit gut zwei Jahren verantwortet der 45-Jährige das Amt für Bildung, Familie und Sport mit rund 200 Mitarbeitern und 38 Millionen Euro an jährlichen Ausgaben – ohne Bauprojekte. So gesehen will Friedel künftig kleinere Brötchen backen, denn er bewirbt sich um den Posten des Bürgermeisters in Oberteuringen. Der ist ab Oktober neu zu besetzen, weil Karl-Heinz Beck nach 31 Amtsjahren mit 68 Jahren in Rente gehen muss. Als Chef im Teuringer Rathaus hätte Reinhard Friedel nicht mal halb so viel Personal und etwa ein Drittel des Haushaltsvolumens zu managen. Und doch zieht es den Oberteuringer magisch in seine Heimatgemeinde.

Fast 25 Jahre war Friedel „immer der vom Landratsamt“, wie er selbst sagt. Eine beachtliche Karriere, denn er brachte es vom Verwaltungs-Azubi bis zum Amtsleiter des Jobcenters und Vize-Sozialdezernenten in der Kreisverwaltung. Warum dann im Februar 2015 der Wechsel ins Häfler Rathaus? „Es hat mich gereizt, noch mal in anderen Aufgabengebieten in die Tiefe zu schauen“, sagt er. Gemeint sind Schulen, Kitas, Sport und Vereine, offene Kinder- und Jugendarbeit. Alles Themen, die der Bürgermeister einer kleinen Gemeinde auf dem Tisch hat. Das klingt ein wenig nach Strategie und Planung für seine Kandidatur, zumal Reinhard Friedel im Gespräch darauf verweist, dass er mit diesen Erfahrungen im Rathaus nun „ein Stück weit wuchern“ könne. So viel Kalkül verneint er jedoch. „Das wäre mein Traumjob, ganz klar.

Aber das habe ich mir ganz genau überlegt“, sagt er. Ihm sei bewusst, dass es nicht ganz einfach wäre, in dem Ort Bürgermeister zu sein, in dem man sehr viele Leute kennt. Er war jahrelang im Vorstand des Sportvereins, der Narrenzunft, 16 Jahre Gemeinderat für die CDU und heute Vorsitzender des Stiftungsrats der Bürgerstiftung Oberteuringen. Vermutlich duzt er die halbe Bürgerschaft. „Da muss man sich abgrenzen, dienstlich und privat trennen können. Aber ich kann das“, sagt Reinhard Friedel, wohl wissend, das er einen Heimatbonus hat, wenn er sagen kann: „Ich bin vom Ort und ich bleibe im Ort.“ Beck wohnte nie in Oberteuringen.

Zwei Jahre Rathaus-Erfahrung „on top“ in Friedrichshafen sieht der Familienvater von drei Kindern als gutes Argument, um als Bürgermeister-Kandidat zu punkten. Denn die Themen, die ihn derzeit von Amts wegen stark beschäftigen, stehen auch in Oberteuringen auf der Agenda. Hier war er unter anderem für den 2016 neu aufgelegten Schulentwicklungsplan zuständig; dort steht gerade ein dringend benötigter Ausbau der Grundschule an. In Friedels Wahlprogramm, das schon sehr detailliert steht, findet sich die Schule ganz oben. Er würde schnellstmöglich den Neubau anpacken, für den die Pläne schon fix und fertig sind. Die hat der Amtsinhaber zum Jahresanfang in die Schublade gesteckt und erklärt, das mit etwa sieben Millionen Euro teure Mammutprojekt für Teuringer Verhältnisse seinem Nachfolger zu überlassen. Reinhard Friedel würde sich die Pläne schon noch mal anschauen, weil es am Schulstandort keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr gibt. Aber in Sachen Finanzierung redet er als Teuringer nicht lange um den heißen Brei herum. „Ohne Kredit geht’s nicht.“

Noch bleiben reichlich drei Monate Zeit, bis die Bewerbungsfrist in Oberteuringen endet. Friedel hat als bestens vernetzter Lokalmatador mit profunder Verwaltungs- und Leitungserfahrung beste Voraussetzungen im Wahlkampf. Gut möglich, dass er sich am 11. September als einziger Kandidat in der Teuringer „Post“ den Bürgern empfiehlt und am 24. September solo auf dem Wahlzettel steht.

Wahlprogramm steht

Am 8. Juli beginnt die offizielle Bewerbungsfrist für Bürgermeister-Kandidaten in Oberteuringen. Reinhard Friedels Wahlprogramm steht schon. Seine drei „Top-Themen“ sind neben dem Neubau und der Erweiterung der Schule die Eröffnung des Lebensraum-Campus, der gerade gebaut wird und den er mit seinen vielfältigen Einrichtungen mit Leben füllen will. Ebenso wichtig sind ihm Bürger- und Jugendbeteiligung. Weitere zehn Themen und Ziele stehen auf der Agenda. Seine Prämisse: Oberteuringen ist um 500 Einwohner gewachsen, jetzt müsse man mit der Infrastruktur nachziehen, sie anpassen. (kck)

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Bürgermeisterwahl in Oberteuringen: Am 24. September ist Bürgermeisterwahl in Oberteuringen. Amtsinhaber Karl-Heinz Beck verabschiedet sich im Oktober in den Ruhestand. Alle Informationen über Vorbereitungen, Wahl, Kandidaten und Wahlkampf sowie schließlich das Ergebnis finden Sie im SÜDKURIER-Themenpaket.
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