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25.11.2009  |  von  |  1 Kommentare

Friedrichshafen Polizeitaucher: Ihre Einsätze führen sie unter Wasser

Friedrichshafen -  Polizeitaucher aus ganz Baden-Württemberg üben in Friedrichshafen mit Hauptmeister Uwe Schillinger ein spezielles Suchverfahren. Mit diesem können sie den Grund eines Gewässers lückenlos absuchen.

Uwe Schillinger (rechts) von der Friedrichshafener Wasserschutzpolizei prüft noch einmal die Ausrüstung der Polizeitaucherin Gabriele Schaufler.

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Redakteurin Villingen-Schwenningen

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Der Wind bläst kräftig und die Wellen schlagen hoch. Kein einladendes Wetter. Ein Polizeiboot und zwei kleine Schlauchboote schaukeln vor dem Württembergischen Yacht-Club in Friedrichshafen-Seemoos auf dem Wasser. Uwe Schillinger, Polizeihauptmeister bei der Wasserschutzpolizei Friedrichshafen, wirft einen Blick auf den Einsatzplan der Taucher. Aus ganz Baden-Württemberg sind sie angereist: 21 Polizeitaucher und acht Leinenführer aus Karlsruhe, Mannheim, Heilbronn, Stuttgart, Kehl, Breisach, Konstanz, Überlingen und Friedrichshafen üben hier in Ufernähe, in 14 Metern Tiefe, für ihre Einsätze.

Seit 1981 ist Schillinger Taucher bei der Wasserschutzpolizei und seit rund zehn Jahren gibt er als Tauchlehrer sein Wissen an Kollegen weiter. „Wir üben hier das Kreistauchen“, erklärt er. Mit diesem Suchverfahren könne der Grund eines Gewässers an speziellen Stellen lückenlos abgesucht werden. Der Taucher bewegt sich an seiner Leine um einen Punkt herum. Hat er die 360 Grad erreicht, bekommt er vom Leinenführer etwas mehr Leine und zieht den nächsten Kreis.

Doch nicht nur Suchverfahren üben die Polizeitaucher bei ihren zehn Treffen pro Jahr, die in Gewässern in ganz Baden-Württemberg stattfinden: Einsätze bei Nacht, Strömungstauchen oder das Absuchen von Schleusen und Wehren werden geprobt. Uwe Schillinger war als einer von 50 baden-württembergischen Polizeitauchern schon in vielen Gewässern im Einsatz. „Baggerseen, Rhein, Neckar und natürlich der Bodensee“, zählt er auf. Wobei der Bodensee wegen der „Klarheit des Wassers“ zu seinen Lieblingsgewässern gehört. „Einsätze in trüben Gewässern sind aber eher an der Tagesordnung“, sagt Schillinger.

Wer als Polizeitaucher den Neoprenanzug anzieht und die Sauerstoffflaschen umschnallt, der hat die unterschiedlichsten Aufgaben unter Wasser zu erledigen: Beweismittel müssen gesichert, Vermisste gesucht, Kampfmittel beseitigt und Personen- beziehungsweise Objekt geschützt werden. „Ich habe schon nach allem getaucht, von Kampfmitteln bis zu vermissten Personen. Aber jeder Taucheinsatz ist anders“, erzählt er. Einen Einsatz, der ihm besonders in Erinnerung geblieben ist, hatte er in einem Baggersee bei Ostrach, wo eine Leiche gesucht wurde. „Ich habe unter Wasser gehört, wie der Kiesel gerutscht ist. Da habe ich mich nicht mehr wohl gefühlt und den Tauchgang abgebrochen“, blickt Schillinger zurück. Rutschender Kiesel ist eine Gefahr für Taucher, da sie darunter begraben werden können, wie Hanspeter Brose, Leiter des Sachbiets Tauchen bei der Polizei in Baden-Württemberg, erklärt. Die Sicherheit der Taucher geht vor: Die Rettungsleitstelle wird vor einem Tauchgang verständig, der Taucher erhält eine Leine und kann über Ultraschall mit dem Leinenführer kommunizieren und ein Ersatztaucher steht bereit.

„Als Polizeitaucher braucht man die nötige Psyche und Ruhe.“ Beispielsweise bei der Vermisstensuche: „Wenn man ohne Sicht den Boden abtasten muss und weiß, irgendwann ist es vielleicht so weit und man greift nach einem Leichenteil“, so Brose. Auch Uwe Schillinger suchte schon unter Wasser nach Vermissten: „In solchen Fällen ist man immer etwas angespannt.“ Er habe dann immer im Hinterkopf, dass er nach einem Menschen suche.

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