Friedrichshafen Pfarrer Markus Hirlinger erklärt Muslimen Osterbräuche

Der Helferkreis Asyl St. Columban lädt Flüchtlinge und Asylsuchende zum „Osterkaffee“ ins Gemeindehaus Arche ein. Pfarrer Markus Hirlinger erklärt christliche Osterbräuche, die Kinder freuen sich über die Ostereiersuche.

Was hat es eigentlich mit Ostern auf sich? Geht es da nur um den gleichnamigen Hasen und das Suchen von bunt angemalten Eiern? Nein, natürlich nicht. Hinter diesem Fest steckt in erster Linie eine christliche Botschaft. Das wissen vermutlich auch die vorwiegend muslimischen Flüchtlinge und Asylsuchenden, die gestern der Einladung des Helferkreises Asyl St. Columban zum „Osterkaffee“ ins Gemeindehaus Arche gefolgt sind. Ein gewinnbringender Nachmittag für alle Beteiligten. Natürlich für die Frauen, Männer und Kinder, die im Wohnheim in der benachbarten Paulinenstraße untergebracht sind oder mittlerweile sogar in eine eigene Wohnung vermittelt werden konnten – aber auch für die zahlreichen Ehrenamtlichen der Gemeinde, die sich seit Monaten in vielfältiger Weise für die in Friedrichshafen gestrandeten Menschen engagieren.

 

Der Kaffee steht auf den gedeckten Tischen. Dazu gibt es Zopfbrot mit Butter und Marmelade. Die Stimmung ist gut an diesem Nachmittag im Gemeindehaus. Fast familiär. Man sieht sich nicht zum ersten Mal. Man scheint sich zu verstehen, auch wenn ein Gespräch aufgrund der sprachlichen Voraussetzungen nicht immer so ganz einfach ist. „Für mich ist das Christentum nichts Neues. In meiner Heimat hatte ich auch christliche Freunde und Bekannte“, sagt Mohamad Alahasan aus Syrien, der seit einem Jahr in Friedrichshafen lebt und aufgrund seiner guten Englischkenntnisse gefragter Dolmetscher für seine Landsleute ist. „Die Menschen hier sind sehr aufmerksam und unterstützen uns, wo sie können“, ergänzt Radhi Dawood, der aus dem Irak stammt.

„Hier wird kein Unterschied zwischen Muslimen und Christen gemacht.“ Wie konkrete, ganz unbürokratische Hilfe aussehen kann, darauf weist Roland Kaczmarek vom Helferkreis Asyl hin. „Ich lege bei Umzügen Hand an, hab auch schon mal einen Fernseher, einen DVD-Player mit ein paar Disney-Filme ins Wohnheim gebracht“, erklärt er. „Und beim wöchentlichen Freitagscafé erfährt man sowieso, wo der Schuh drückt.“ Dass kultureller Austausch auch übers gemeinsame Essen funktionieren kann, das weiß auch Vera Kaltenbach aus Berg. „Ich habe vor ein paar Wochen eine Asylbewerberin zu mir nach Hause eingeladen und mit ihr zusammen Linsen, Spätzle und Saitenwürste gekocht“, erzählt sie.

„Salam aleikum“, begrüßt Pfarrer Markus Hirlinger seine Gäste und ist schnell von vielen Kindern umringt. Zusammen mit Annemarie Fricker hat er ein Rollenspiel vorbereitet, in dem es um Geburt und Leben geht – und berichtet in einfachen Worten über christliche Osterbräuche – vom Palmsonntag bis zu Jesu Kreuzestod und Auferstehung. Auch die Osterkerze wird entzündet. Wer mag, lässt sich später zu einem Rundgang in die Columbankirche und die Sakristei einladen, wo man auch einen Blick auf Kelche oder Messgewänder werfen kann. Dann wird's aber Zeit für die Ostereiersuche in den Wiesen rund um St. Columban. Das macht den Kindern natürlich Spaß. Ehrensache, dass sie auch ein süßes Osterlämmle mit nach Hause nehmen dürfen. Na dann, bis zum nächsten gemeinsamen Treffen in der Arche St. Columban.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Einzigartige Geschenke von Bodensee und Schwarzwald
Neu aus diesem Ressort
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren