Friedrichshafen Oberbürgermeister von Friedrichshafen kann auf Freie Wähler zählen

Die Freien Wähler haben einen Unterstützerkreis für den bevorstehenden OB-Wahlkampf von Amtsinhaber Andreas Brand gebildet. Er selbst will "schwäbisch solide" weiter machen.

Friedrichshafen – Oberbürgermeister Andreas Brand geht seine Wiederwahl und damit eine zweite Amtszeit mit breiter Unterstützung der Freien Wähler (FVW) in Friedrichshafen an. Stemmte er vor acht Jahren seinen Wahlkampf selbst, so hat sich am Donnerstagabend bei einem Treffen im Cafe Weber am Flughafen ein Unterstützerkreis von vorerst 18 Personen gebildet, die Brand vor allem logistisch, aber auch finanziell und als öffentliche Fürsprecher unter die Arme greifen wollen. Weitere helfende Hände seien willkommen, erklärte Eberhard Ortlieb, der nicht als FWV-Fraktionschef im Gemeinderat, sondern stellvertretend für die erkrankte Vereinschefin Dagmar Höhne um Zuspruch warb. Zwar tritt Brand erneut als parteiloser Kandidat an, doch genau genommen seien das die Freien Wähler auch, witzelte Ortlieb. Absolut ernst gemeint war hingegen sein Statement für den OB: "Vor acht Jahren glaubten wir, Andreas Brand sei der richtige Kandidat. Heute wissen wir es", lobte Ortlieb dessen "erfolgreiche Arbeit". Nur um ein etwas mäßigeres Tempo – "bisschen Gas rausnehmen" – in der Ratsarbeit bat der Fraktionschef.

Andreas Brand nutzte das Forum vor gut 50 Freien Wählern und deren Symphatisanten, um für seine "schwäbisch solide" Politik zu werben. "Wir haben nicht auf Pump gelebt und die Schulden deutlich runtergefahren. Das soll so bleiben", gab er zu Protokoll. In seiner weit ausholenden Rede ließ er acht Jahre Stadtentwicklung Revue passieren – mit einer "hohen Schlagzahl" an Entscheidungen und vielen Bauprojekten, die sich Brand auf die Habenseite schreiben kann. Von der B 31 bis zu den Bädern wurde und wird geliefert.

Aber neue Baustellen warten. Ein paar Themen sprach Brand an: den ÖPNP weiter passgenau ausbauen, den Busbahnhof am Stadtbahnhof attraktvieren – nach Brands Vorstellungen dort, wo er heute ist. Die Verlegung der B 31 aus der Stadt heraus verlange Überlegungen, wie das Straßennetz in der Stadt gestaltet, "neu sortiert" wird. Der Fallenbrunnen sei ein "Pfund, mit dem wir wuchern können". Hier sieht der OB auch Potenzial für viele neue Wohnungen – nicht im Oberhof, wo man sich wegen all der Widerstände verkämpfen müsste.

Überhaupt Wohnungsbau: Zwei FWV-Mitglieder wollten wissen, welche Pläne der OB hat. Das Thema entzweie derzeit den Gemeinderat, da gebe es noch großen Gesprächsbedarf, so Brand. Er wolle nichts überstürzen. Dabei liegt der alarmierende städtische Wohnungsbericht, wonach es vor allem an bezahlbarem Wohnraum zunehmend mangelt, bereits seit drei Jahren vor... Dass der Gemeinderat bei einer Sondersitzung am 23. Januar das im November vorgelegte Aktivprogramm für mehr Wohnungen beschließt, ist nach SÜDKURIER-Informationen gestrichen.

Terminplan OB-Wahl

Am 9. Dezember wurde die Stelle des Oberbürgermeisters im "Staatsanzeiger" ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist für Kandidaten begann am 10. Dezember. Bis zum 13. Februar 2017, 18 Uhr, können sich weitere Bewerber melden. Tags darauf, am 14. Februar, entscheidet der Gemeindewahlausschuss über die Zulassung der Bewerber. Am 20. Februar werden die Kandidaten im GZH vorgestellt. Der erste Wahlgang findet am 12. März statt, ein möglicher zweiter Wahlgang am 26. März.

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