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Friedrichshafen OB: Wohnraum muss in Friedrichshafen geschaffen werden

Beim Ailinger Neujahrsempfang im Dorfgemeinschaftshaus Berg wurden Bärbel und Hans-Jürgen Utz mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Für beide ist die Schaffung von Wohnraum eine der drängendsten Aufgaben in diesem Jahr.

Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter Ailingen, dem größten Ortsteil Friedrichshafens, neue Herausforderungen stehen 2016 an: Beim bestens besuchten Neujahresempfang im Berger Dorfgemeinschaftshaus ließ Ortsvorsteherin Sandra Flucht das vergangene Jahr Revue passieren. Die Anwesenheit von Oberbürgermeister Andreas Brand, den Landtagsabgeordneten Ulrich Müller (CDU) und Martin Hahn (Grüne), zahlreichen Kreis- und Stadträten sowie drei Landtagskandidaten unterstrich die Bedeutung des Häfler Stadtteils.

OB Brand lobte den guten Zusammenhalt in Ailingen, das beispielhafte Vereinsleben und die bemerkenswert gut aufgestellte Schullandschaft. „Vieles was hier geht, ist an anderen Stellen der Stadt nicht so einfach.“ Das Thema Flüchtlinge bleibe eine Herausforderung und werde das Jahr prägen. Nötig sei weiterer dezentraler Wohnraum im Stadtgebiet, jedoch sollten möglichst keine Turn- und Festhallen als Wohnraum für Flüchtlinge genutzt werden. „Wir tun vieles und helfen, aber die große Politik darf die Politik vor Ort nicht überfordern und alleine lassen“, sagte Brand und erntete den Applaus der Gäste. Die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt sei eine weitere Aufgabe. „Wenn es uns nicht gelingt, den Suchenden eine Perspektive zu vermitteln, wird unser soziales Gefüge nicht im Gleichgewicht bleiben“, befürchtet Brand. Konsequenz sei die Nachverdichtung. „Wir werden aber auch in die Fläche gehen müssen.“

Von der erneuten Auszeichnung mit dem Prädikat „familienfreundlicher Ferienort“ über die Eröffnung des Pflegeheims bis zum Richtfest der neuen Sporthalle spannte Sandra Flucht den Bogen. Viel geplant wurde im Zusammenhang mit der Entwicklung von Berg. „Im Februar wollen wir zum Baubeschluss für das Bildungshaus kommen, damit im Sommer gebaut werden kann“, kündigte die Ortsvorsteherin an. Sie hoffe, dass Wohn- und Geschäftshäuser samt neuem Dorfplatz gleich mitgebaut werden. „Die Nachfrage für Praxen und eine Bäckerei ist vorhanden.“

Das Baugebiet Berg zeige sich aktuell als Großbaustelle. In Vorbereitung seien weitere Baugebiete in Ittenhausen und im Reinachweg. „Manchmal ist es eine kleine, manchmal aber auch eine große Herausforderung, alles unter einen Hut zu bringen“, gab Flucht zu. Gewisse Unannehmlichkeiten seien bei Baustellen unausweichlich. „Aber nun freuen wir uns, dass die ersten Baugesuche der Häuslesbauer auf dem Tisch liegen.“ Heiß diskutiert worden sei über die Vergabekriterien. Elf Familien aus Ailingen und Berg haben einen Zuschlag bekommen. Aktuell würden dem Liegenschaftsamt mehr als 600 Bewerber für Bauplätze vorliegen. „Von denen, die eine Eigentums- oder Mietwohnung suchen, haben wir noch nicht geredet“, sagte Flucht. „Deshalb muss man sich manchmal von dörflichen oder grünen Idyllen trennen.“ Wohnen sei kein Luxusgut, sondern existenzieller Bedarf. „Wo sonst, wenn nicht innerorts, wollen wir denn Wohnraum schaffen“, stellte sie in den Raum.

Silberne Ehrennadel für besonderes Engagement (von links): Beim Ailinger Neujahrsempfang ehrte Ortsvorsteherin Sandra Flucht Hans-Jürgen und Bärbel Utz, beide seit 1992 Übungsleiter in der Handball-Abteilung der TSG Ailingen.
Silberne Ehrennadel für besonderes Engagement (von links): Beim Ailinger Neujahrsempfang ehrte Ortsvorsteherin Sandra Flucht Hans-Jürgen und Bärbel Utz, beide seit 1992 Übungsleiter in der Handball-Abteilung der TSG Ailingen. | Bild: Claudia Wörner

Ziel sei eine zukunftsfähige Nahversorgung in Ailingen, betonte Flucht mit Blick auf den neuen Edeka-Markt. Es sei natürlich nicht das Ansinnen der Verwaltung, die Läden im Oberdorf kaputt zu machen. Ein etwas weiterer Weg für manche Bürger sei das kleinere Übel. „Schlimmer wäre es, irgendwann komplett ohne Nahversorgung dazustehen.“ Rund um den Kreisel bilde sich jedenfalls ein attraktives, neues Zentrum. Im Zusammenhang mit dem Lärmaktionsplan gab Flucht zu, dass es nicht nur in den dunkelroten Bereichen laut sei, sondern auch in denen, in denen die Grenzwerte noch eingehalten würden. „Weniger Lärm gibt es aber nur durch weniger Verkehr und das ist nicht zu erwarten.“ Helfen könne innerorts nur überall Tempo 30.

Lobende Worte hatte Sandra Flucht für die vielen Menschen, die sich in Ailingen ehrenamtlich und in den Vereinen engagieren. Zahlreiche Spenden gingen auch im vergangenen Jahr für die Ailinger Aktion Gemeinsinn ein. „Ich bin immer wieder überwältig, wie viele sich für unsere Stiftung engagieren“, dankte Flucht.
 

Ehrennadel für Sportler

Im Rahmen des Neujahrsempfangs der Ortsverwaltung von Ailingen zeichnete Ortsvorsteherin Sandra Flucht Bärbel und Hans-Jürgen Utz mit der Silbernen Ehrennadel für ihr besonderes Engagement im Vereinsleben aus. Beide sind seit 1992 Übungsleiter in der Handball-Abteilung der TSG Ailingen. 

Hans-Jürgen Utz zog 1983 von Crailsheim nach Friedrichshafen. Schon damals hatte er gute Kontakte zu den Ailinger Handballern und engagierte sich als Beisitzer in der TSG-Abteilung. 1992 gründete er zusammen mit seiner Frau Bärbel eine Kindergruppe. Beide vermittelten Freude an der Bewegung, das Einüben von motorischem und sozialem Verhalten. Die Kindergruppe wurde geteilt. Bärbel Utz übernahm die kleineren, Hans-Jürgen Utz die größeren Kinder.

Seit September 2014 engagiert sich Bärbel Utz zusätzlich im Kindergarten Haldenberg im Rahmen der Bewegungsförderung für Vorschulkinder. Dem Ehepaar Utz liege es besonders am Herzen, den tollen Teamgeist der Ailinger Handballer zu pflegen, die jungen Menschen zusammenzuschweißen und jedes Kind mitzunehmen, lobte Sandra Flucht.

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