Friedrichshafen - Für eine "schlaue Tonne" werben Prospekte, die in Friedrichshafener Briefkästen gelandet sind. Das Karlsruher Unternehmen Kühl will kostenlos Altpapier vor der privaten Haustür abholen. Per Telefon oder im Internet können sich interessierte Einwohner eine blaue Tonne bestellen, die gratis geliefert und alle vier Wochen vom Unternehmen geleert werden soll - der Gang zum Papiercontainer wäre Vergangenheit.
Dass es tatsächlich möglich ist, mit dem gebührenfreien Einsammeln von Altpapier Geld zu machen, bestätigt Thomas Heß, Leiter des Abfallwirtschaftsamtes im Bodenseekreis. "Das kann sich aber auch wieder ändern", sagt er. Dann nämlich, wenn der momentan hohe Altpapierpreis in den Keller gehen sollte. Außerdem hat er Bedenken, was die logistischen Probleme bei der Leerung der blauen Tonnen angeht, und damit ihre Wirtschaftlichkeit. Denn wenn nur eine Handvoll Friedrichshafener Haushalte eine blaue Tonne bei Kühl ordern würde, entstünde dem Unternehmen viel Fahrerei für relativ wenig Papier-Ausbeute.
In Uhldingen-Mühlhofen liegt die Sache anders, dort wird ab 1. März 2008 die blaue Tonne als zweijähriges Pilotprojekt von der Firma Stark in der ganzen Gemeinde eingeführt. Damit sollen die überfüllten Altpapier-Container entlastet werden. In Konstanz wollen die Entsorgungsbetriebe demnächst komplett auf die private Tonne umstellen.
Die Firma Kühl hatte im Frühjahr beim Umweltschutzamt des Bodenseekreises Interesse bekundet, in Friedrichshafen Papier zu sammeln - mit Depot-Containern an zentralen Stellen und mit Vereinssammlungen.
Peter Lutat, zuständig für Abfallrecht, sieht keine Probleme darin, dass die Firma nun doch auf die blaue Tonne als dezentralen Sammelbehälter umgeschwenkt ist. Trotzdem will das Amt nochmals Kontakt mit der Karlsruher Firma aufnehmen. "Für den Bürger ist die Variante mit der blauen Tonne ein Vorteil", meint Peter Lutat. Der Behälter wäre eine dritte Alternative, Altpapier loszuwerden - abgesehen von den verfügbaren Sammel-Containern und dem Wertstoffhof.

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