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Friedrichshafen Neuer SPD-Kreischef will Neuanfang

11.04.2011
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Adnan Sabah aus Überlingen ist neuer SPD-Kreisvorsitzender, nachdem Jochen Jehle frustriert nicht mehr kandidierte. Jehle begründete seinen Rückzug auch mit künftigem stärken beruflichen Engagement. Aber offensichtlich hat es in den vergangenen Monaten unschöne Auseinandersetzungen im SPD-Vorstand gegeben.

Bodenseekreis – Eine sichtlich nach Streitigkeiten unter den Vorstandsmitgliedern um Harmonie bemühte Kreisdelegiertenkonferenz der SPD des Bodenseekreises gab es am Freitagabend im Bürgersaal in Immenstaad. Jochen Jehle warf enttäuscht das Handtuch und Adnan Sabah setzte sich bei der Wahl um den Vorsitz gegen Dieter Stauber durch.

Erwartungsgemäß sah die SPD im Kreis das Ergebnis der Landtagswahl mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Zwar erhält die SPD jetzt Regierungsverantwortung, aber Norbert Zeller sitzt künftig nicht mehr im Landtag. Rund 800 Stimmen fehlten ihm. „Es ist nicht einfach“, gestand Zeller, der seit 1989 ein Landtagsmandat hat, politisch aktiv bleibt und als Fraktionsvorsitzender im Kreistag auch beratendes Mitglied im Kreisvorstand ist.

„Ich kandidiere nicht mehr erneut. Für die Zeit, die ich investiert habe, ist mir am Ende zu wenig raus gekommen“, erklärte Jochen Jehle, der aber auch ein künftig stärkeres berufliches Engagement als Grund für seinen Verzicht nannte. Dennoch kam während der Aussprachen deutlich ans Licht, dass es heftige Auseinandersetzungen, zum Teil auch persönliche Anfeindungen, unter den Vorstandsmitgliedern gab. Jehle sagte selbst, dass er gerne mit den Menschen über die Ergebnisse des Klimagipfels diskutiert hätte oder im Vorstand über das Konzept Zukunftswerkstatt. Stattdessen habe es Diskussionen darüber gegeben, ob ein Kreisvorsitzender für die SPD im Kreisverband sprechen darf. Anlass war seine, der offiziellen SPD-Linie folgende Stellungnahme zu Stuttgart 21, die gegenteilige Leserbriefe von SPD-Mitgliedern erntete.

Dieter Stauber, Jehles Stellvertreter, meinte: „Es ist zu kurz gegriffen, Jochen alles ans Bein zu binden“. Einige Vorstandsmitglieder hätten zu wenig Engagement gezeigt und Jehle sei zuviel aufgebürdet worden.

Zum Glück habe der Landtagswahlkampf die Auseinandersetzungen zugedeckt. Aber: „Flügelkämpfe können wir uns nicht leisten“, so Stauber, zumal man mit Norbert Zeller die Stütze im Kreis und auf Landesebene verloren habe.

Hier war Stauber auch schon mitten in seiner Wahlrede. Neuanfang oder Vertrauen in einen erfahrenen Regional- und Lokalpolitiker war vereinfacht die Frage bei der Wahl des Kreischefs der SPD: Adnan Sabah gegen Dieter Stauber. Sabah, mit palästinensischen Wurzeln in Kuwait geboren und erst 2007 Mitglied der SPD in Überlingen war Zweitkandidat von Norbert Zeller bei der Landtagswahl. In seiner Bewerbungsrede machte er klar: „Wir schaffen es nicht, von den Schwächen der CDU zu profitieren und unsere Stärken rüberzubringen.“ Man brauche ein Team, das ständig mit den Menschen in Kontakt bleibe. „Ich bitte um Unterstützung für einen neuen Anfang“, sagte Sabah unter viel Beifall. Die Mehrheit will den Neuanfang: 31 Stimmen für Sabah und 25 für Stauber bei 57 Stimmberechtigten.

Stauber bleibt aber Stellvertreter, hier erhielt er 48 Stimmen. Stellvertreterin wird auch Yvonne Bernard. Sie erhielt in der Listenwahl mit zwei Kandidaten 23 Stimmen.

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