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Friedrichshafen Nächtliche Autorennen: Autoraser bleiben weiter Thema

Nachdem die Stadtverwaltung von Friedrichshafen auf dem Parkplatz Hinterer Hafen Bremsschwellen gegen Raser eingebaut hat, finden jetzt nächtliche Autorennen auf der nahen Eckenerstraße statt. Das berichtete SPD-Gemeinderätin Christine Heimpel als Augenzeugin am Montag während einer Sitzung eines Ausschusses des Gemeinderats.

Die Schwellen, die von der Stadt auf dem Parkplatz am Hinteren Hafen gegen Raser eingebaut wurden, zeigen Wirkung. Allerdings sei es dort jetzt nicht ruhiger geworden, berichtete SPD-Stadträtin Christine Heimpel in der Sitzung des Finanz- und Verwaltungssausschusses am Montagnachmittag. Denn nun würden die Fahrer quietschend zwischen den Schwellen bremsen und Rennen würden jetzt auf der Eckenerstraße gefahren. Die SPD-Gemeinderätin wohnt an der Eckenerstraße und berichtete als Augenzeugin.

Die Stärke ihrer Motoren würden die jungen Fahrer vor allem nach 22 Uhr auf der Eckenerstraße messen – wenn die Ampeln ausgeschaltet seien, sagte Heimpel. Sie hatte den Einbau der Schwellen grundsätzlich begrüßt. Zuvor hatte Ekkehard Falk, Chef des Polizeipräsidiums Konstanz, im Rahmen seines Berichts zur Sicherheitslage in Friedrichshafen vor dem Ausschuss die Stadt dafür gelobt, dass sie die Schwellen einbauen ließ. "Mit einfachen Mitteln kann man relativ viel erreichen", sagte er. Die Stadt hatte mit dieser Maßnahme auf zahlreiche Beschwerden von Anwohner reagiert.

Hans-Jörg Schraitle, Chef des städtischen Bürgeramtes, wies darauf hin, dass die Stadt neben dem Einbau der Schwellen auch auf aktive Sozialarbeit setze, um den Problemen in diesem Bereich zu begegnen. Der Hintere Hafen gehöre auch zum Einsatzgebiet der Streetworker. Aus Sicht der Polizei gilt neben dem Hinteren Hafen auch das Bodenseecenter als beliebter Treffpunkt von jungen Männern mit PS-starken Autos. Doch aus diesem Bereich kämen kaum Beschwerden, wie Uwe Janitschek, Leiter des Häfler Polizeireviers, schilderte. Er führt dies darauf zurück, dass es dort nicht so viele unmittelbare Anwohner gibt. Beim Bodenseecenter gibt es schon lange Schwellen in der Fahrbahn.

Brennpunkt Stadtbahnhof

Der Bereich des Häfler Stadtbahnhofs gilt nach Falks Aussagen für die Polizei als zweiter Brennpunkt in der Stadt. Doch hier habe sich einiges zum Besseren gewendet, sagte Falk. Im Herbst 2016 hatten sich nach Angaben der Stadtverwaltung immer häufiger Bürgerinnen und Bürger beschwert, die sich im Bereich des Vorplatzes des Bahnhofs unwohl fühlten. Auslöser waren Gruppen von Menschen, die sich provokant und aggressiv gezeigt hatten. Verstärkte Kontrollen durch die Polizei zeigten Erfolge wie auch das Stilllegen des dortigen kostenfreien Wlan-Hotspots. Dies sagte der Häfler Revierleiter während der Sitzung des Ausschusses.

Die bisherigen gemeinsamen Kontrollen von Polizei, Bundespolizei und Zoll hätten Wirkung gezeigt. Aktuell würden jetzt hier weniger Kräfte eingesetzt, schilderte er. "Aber wir behalten den Stadtbahnhof im Fokus", versicherte der Leiter des Häfler Polizeireviers. Janitschek fügte hinzu, dass der Stadtbahnhof kein Kriminalitätsschwerpunkt sei. Er könne verstehen, wenn beispielsweise Frauen durch die Gruppen verunsichert würden, sagte er. Im Gegensatz zu Polizei und Stadtverwaltung bezeichnete CDU-Stadtrat Norbert Fröhlich die Situation am Stadtbahnhof "noch nicht als befriedigend". Aus eigener Anschauung berichtete er von Gruppen von bis zu 50 Menschen, die sich weiterhin immer wieder im Bereich des Stadtbahnhofs aufhalten würden – und wenig vertrauenserweckend erscheinen würden.

Täter aus der Stadt

Auffallend sei bei einem Blick in die Kriminalstatistik für 2016, dass ein hoher Prozentsatz der Täter aus Friedrichshafen stamme. Dies sagte Ekkehard Falk, Chef des Polizeipräsidiums Konstanz, während der Präsentation des jährlichen Sicherheitsberichts vor den Mitgliedern des Finanz- und Verwaltungs- sowie des Kultur- und Sozialausschusses des Gemeinderats am Montagnachmittag.

Der Anteil der Verdächtigen mit vorliegender Tatort-Wohnort-Beziehung liege in Friedrichshafen bei 58,1 Prozent. Zum Vergleich, für Ravensburg liegt dieser Wert bei 50,3 Prozent und für Überlingen bei 52,7 Prozent. Im Vergleich zum Landesdurchschnitt liege der Wert für die Zeppelinstadt sehr hoch. Zugenommen hat in 2016 die Zahl der Mehrfachtäter. Einen starken Rückgang gab es bei der Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren (-23,9 Prozent). (dim)

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