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Friedrichshafen Mit kaputtem Kiefer durch den Dschungel

24.02.2009
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Als 1982 der Film „Fitzcarraldo“ in die Kinos kam, dachte man: Ein solcher Irrsinn kann nur Regisseur Werner Herzog einfallen – ein Streifen über einen Verrückten, der mitten im Urwald ein riesiges Schiff über einen Berg ziehen lässt, um die Stromschnellen eines Flusses zu umgehen.

Einen ähnlich „Verrückten“ gab es aber auch in Wirklichkeit: den deutschen Offizier und Abenteurer Paul Graetz, der in den Jahren 1911 und 1912 Afrika mit dem Motorboot durchquerte – von Mosambik über den Bangweulu-See in Sambia und den Kongo zum Atlantik. Das Boot „Sarotti“, benannt nach dem Schokoladenhersteller und Sponsor der Fahrt, war zwar nur acht Meter lang, aber auf einer Strecke von 240 Meilen musste es über Land gezogen werden; von 60 „Boys“, die Graetz vor Ort anheuerte, und zusätzlich 30 Frauen, die für die Mahlzeiten sorgten. Dass das Boot in der Mitte über eine Achse verfügte, an die Räder geschraubt werden konnten, war zwar hilfreich, aber wie die historischen Filmaufnahmen der Expedition zeigen, war das Unternehmen dennoch eine elende Plackerei.


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