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Friedrichshafen Mehr Arbeitnehmer krank

27.09.2012
Friedrichshafen -  Der Krankenstand geht landesweit allgemein nach oben. Doch es gibt durchaus regionale Unterschiede, wie aus dem aktuellen Report der DAK-Gesundheit hervorgeht, der gestern im Klinikum Friedrichshafen präsentiert wurde.

Informierten über aktuelle Gesundheitsdaten und Vorteile der Telemedizin: (von links) Privatdozent Detlev Jäger, Chefarzt der Medizinischen Klinik II im Häfler Klinikum, Thomas Schäfer, Leiter der DAK-Gesundheit Friedrichshafen, und Claudia Fink, die als Krankenschwester im Klinikum für das Projekt „Telemedizin“ zuständig ist.  Bild: Geiselhart

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Demnach hat die Krankenquote aller erwerbstätigen DAK-Mitglieder in Baden-Württemberg mit 3,0 Prozent einen absoluten Höchststand im Vergleich der Jahre 1997 bis 2011 erreicht. In den beiden Vorjahren lag der Krankenstand bei 2,8 Prozent. Mit 2,7 Prozent Krankenstand steht der Bodenseekreis aber immer noch vergleichsweise gut da, auch wenn hier eine Steigerung von 0,3 Prozent auszumachen ist. Im Ranking aller baden-württembergischen Landkreise liegt man damit an vierter Stelle. Im Bund liegt die Quote gar bei 3,6 Prozent.

Dramatisch ist offenbar die Zunahme der psychischen Erkrankungen, wie Thomas Schäfer, Chef der DAK-Gesundheit Friedrichshafen, ausführte. Hier stieg die Quote 2011 im Vergleich zu 2010 um 80 Prozent. Pro 100 ganzjährig Versicherte fielen in diesem Bereich 148 Krankheitstage an.

Dass in der Summe vor allem die Langzeiterkrankungen mit einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als 42 Tagen überdurchschnittlich ins Gewicht fallen, belegt die Tatsache, dass im Bodenseekreis 3,2 Prozent aller Erkrankungsfälle für fast 40 Prozent des Krankenstandes verantwortlich sind. Auch das andere Ende der Spirale ist für die Abläufe gerade in kleinerem Betriebe nicht unerheblich, so Schäfer. So fallen 41,1 Prozent aller Erkrankungsfälle in den Bereich der Kurzzeiterkrankungen zwischen einem und drei Tagen.

Im Fokus des DAK-Gesundheitsreports 2012 stehen „Herzinfarkt und Arbeitsstress“. So will man die Erwerbstätigen als eine zentrale Zielgruppe für die Vorbeugung koronaren Herzkrankheiten in den Blick nehmen – im Bewusstsein, dass diese als Hauptursache von späteren Herzinfarkten bereits im jüngeren Alter entstehen können. Eine Abnahme der Todesfälle sei vor allem durch Fortschritte in der medizinischen Versorgung, aber auch durch konkrete Präventionsmaßnahmen erreicht worden, betonte Privatdozent Dr. Detlev Jäger vom Häfler Klinikum. Nicht zuletzt spiele der spürbare Rückgang des Nikotinkonsums eine wichtige Rolle. Rauchen, Cholesterin, Bluthochdruck und Übergewicht seien als klassische Risikofaktoren weiter zu beachten. Darüber hinaus seinen psychosoziale Aspekte bisher allerdings meist zu wenig berücksichtigt worden. „Wer im Beruf weder Belohnung noch Anerkennung findet, dessen Herzinfarktrisiko steigt“, so eine weitere Erkenntnis der DAK. So leiden in Baden-Württemberg etwa sechs Prozent der Erwerbstätigen unter diesem speziellen Job-Stress. Davon sind offenbar vor allem Facharbeiter betroffen.

Klinikum Friedrichshafen

Um das Klinikum Friedrichshafen ist der Medizin Campus Bodensee mit Mutter-Kind-Zentrum, Psychiatrischer Klinik und weiteren Angeboten entstanden.

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