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Friedrichshafen Loblied auf die Kehrwoche

01.04.2011
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Wommy Wonder & Freunde ziehen im GZH alle Register

Irgendwie ungerecht: Manche Leute können anziehen was sie wollen, sie machen immer eine gute Figur – im langen Paillettenkleid und im superkurzen Mini, in High Heels sowieso, aber auch als Sissi-Verschnitt und nicht zuletzt in der Alltagserotik der Kittelschürze. Wommy Wonder – vielleicht das letzte Fräulein im schwäbischen Kosmos – gehört zu dieser beneidenswerten Spezies von Menschen. Zu ihrem Glück fehlt ihr eigentlich gar nichts, schon gar nicht die Friseurkunst von Udo Walz. Hätte sie auch noch Cellulitis, dann wäre sie wirklich eine perfekte Frau. Sie und ihr Wahnsinnskörper können mit Applaus umgehen, wenn's sein muss auch auf Kindergeburtstagen. Wommy ist buchbar, käuflich und dennoch unbezahlbar. Und sie feiert gerne wie in einer großen Familie. Keine Wunder also, dass es dieser Wahnsinnsfrau und den von ihr mitgebrachten „Künstlern aller Gewichtsklassen“ Jahr für Jahr im Häfler GZH so gut gefällt. Wer englisch, katholisch, Stenografie und über andere sprechen kann, wessen erweiterte erotische Nutzfläche so ins Auge des geneigten Betrachters springt, der braucht sich über mangelnden Zuspruch aus den mitgehenden Zuschauerreihen natürlich nicht zu beklagen.

Nehmen wir zum Beispiel Hans – er sitzt nicht nur in der ersten Reihe, sondern kommt auch aus Meckenbeuren, nimmt sofort Blickkontakt auf, wird dafür mit so manchem kecken Lidaufschlag belohnt und erkennt wie alle anderen im voll besetzten Ludwig-Dürr-Saal, dass die gute Wommy eigentlich nur das sagt, was andere auch sagen würden – wenn sie denn darauf kämen.

Was aber wären beglückende Stunden ohne Freunde? „Schwester Bärbel“ ist der lebende Beweis dafür, dass man die Kühlkette nicht unterbrechen sollte. Als staatlich exhumierte Pflegekraft mit schlanken Beinen und kräftigem Überbiss sorgt sie dafür, dass es dem dankbaren Publikum weder an Einläufen noch an anregenden Pillen fehlt, und lässt darüber hinaus Lena Meyer-Landrut komplett vergessen. Die beiden knackigen Jungs von „JungeJunge“ verzaubern mit einer Mischung aus Comedy und augenzwinkernden Tricksereien und entführen in die kabarettistische Welt der Magie. „Dui do an de sell“ haben prickelnde Geschichten aus heimischen Schlafzimmern parat und interessante Nettigkeiten über das unbekannte Wesen, das mit ihnen Tisch und Bett eilt. Und wer denkt, Breakdance sei ein verstaubtes Relikt aus vergangenen Zeiten, darf sich von den halsbrecherisch veranlagten „Battletoys“ eines Besseren belehren lassen.

Zurück zur bezaubernden Hauptdarstellerin. Nein, diese Frau ist nicht fett, dafür gut sichtbar und maximal griffig. Sie singt das ultimative Loblieb auf die schwäbische Kehrwoche, liebt ihren Poliboy und steht der Jodelkunst einer Maria Hellwig in nichts nach. Zu Recht werden sie und ihre Freunde mit nicht enden wollenden „Sitting Ovations“ belohnt. Belohnt wurden aber auch alle anderen im Saal. Sie durften einen wunderbar entspannenden und herrlich sinnfreien schwäbischen Abend genießen.

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