Mein
 

Friedrichshafen Lob für mittelständische Unternehmen

Wirtschaftsexperte Mario Ohoven bescheinigt den mittelständischen Unternehmen eine gute Arbeit und sieht Europa als Dauerpflegefall, sollten die Schulden nicht getilgt werden.

Die mittelständischen Unternehmen in der Bodenseeregion haben ihre Hausaufgaben erfüllt. Das bestätigten Benedikt Otte, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bodenseekreis, Werner Allgöwer, Vorsitzender der Sparkasse Bodenseekreis, und Marcel Tyrell von der Zeppelin-Universität gestern beim 4. Bodensee Finanzforum.

Der Grund, dass die kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Region gut durch die Finanzkrise gekommen sind, liegt für Tyrell auf der Hand: „Die Unternehmen haben ihre Hausaufgaben gemacht und hatten die Liquidität während der Krise.“ Auch Benedikt Otte hat den Eindruck, dass die Hausaufgaben erledigt wurden. Dennoch sieht er Verbesserungspotenzial für die gesamte Region: „Wir müssen als Wirtschaftsregion bekannter werden. Der Bodenseekreis wurde zum vierten Mal in Folge von der Zeitschrift „Focus Money“ als wirtschaftsstärkster Landkreis Baden-Württembergs ausgezeichnet. Es weiß nur kaum einer.“

Marcel Tyrell blickt ebenfalls kritisch in die Region: „Ich sehe einen starken Fachkräftemangel, auch weil das Leben hier sehr teuer ist. Daran sollte auch etwas geändert werden. Ebenso bemängelte er die Verkehrsinfrastruktur, die nicht ideal für den Kreis sei. Werner Allgöwer hingegen zeigte der Runde und den Zuhörern einen anderen Aspekt auf: „Wir haben eine fantastische Region. Wir sollten aus dem, was wir haben, etwas machen.“

Auf die Frage von Peter Pohl, dem Finanzvorsitzenden des Vereins „Bio-Lago“ aus Konstanz, ob sich die Anfragen und Bedürfnisse der mittelständischen Unternehmen durch die Krise verändert hätten, antwortete Sparkassen-Vorsitzender Allgöwer: „Es sind schon psychologische Nachwirkungen zu spüren. Die Firmen sind vorsichtiger geworden, was Kreditaufnahmen angeht.“

Auch Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), lobte in seinem Vortrag den Mittelstand: „Auf den Mittelstand war immer Verlass. Die Unternehmen in Deutschland wollen in diesem Jahr ihr Investitionsvolumen beibehalten und sogar teilweise erhöhen. So planen sie derzeit Investitionen von rund 115 Milliarden Euro. Laut Ohoven erwäge auch ein Drittel des Mittelstandes eine Personalaufstockung.

Ohoven kritisierte insbesondere die Problemauslegung der Bundesregierung: „Deutschland hat kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem.“ Denn die Bundesrepublik würde die Rekordeinnahmen an Steuern nicht zur Schuldentilgung nutzen. Dabei ist das in den Augen von Ohoven der einzige Weg: „Wachstum rauf, Schulden runter“, lautet sein Motto. Ohne konsequenten Schuldenabbau insgesamt, bleibe die Euro-Zone ein Pflegefall.

Abschließend gab der Wirtschaftsexperte seinen Zuhörern einen Grundsatz mit auf den Weg, der den Unternehmern helfen soll, ihre Ziele zu verfolgen und auch weiterhin zu erreichen. „Wer sich nicht verkaufen kann, wird nie erfolgreich sein“, unterstrich Ohoven seine These, dass man in der heutigen Zeit nur erfolgreich sein könne, wenn man mit seinen Produkten Beziehungsmanagement betreibe.

Regionale Produkte von Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein auf SÜDKURIER Inspirationen. Gleich Newsletter abonnieren und sparen!
Erlesene Bodenseeweine jetzt bei SÜDKURIER Inspirationen!
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren