Der Fischbacher Samstag lockte mit vielen Höhepunkten. Auch Prinzessin Geroldine und Prinz Uli fanden zueinander.
Der höchste Tag der Fischbacher Narretei, der Fischbacher Samstag, begann schon sehr früh am Morgen. Dass viele Narren in der Festgesellschaft sich nach durchfeierter Nacht schwer taten, die Augen offen zu halten, war egal, schließlich war in der Tannenhagschule ein neues Prinzenpaar zu vermählen und zwar nicht einfach irgendeines.
Die badische Prinzessin Geroldine sollte den württembergischen Prinzen Uli ehelichen und damit sollte es 60 Jahre nach der ersten „Zwangsheirat“ zwischen diesen Ländern endlich eine Liebesheirat geben.
Abgründe taten sich im Vorgespräch für die Trauung auf, berichtete Standesbeamtin Helga M. von Brauer zu Humpishausen. Als einzigen Nachkommen ihrer beiden Häuser lastete ein enormer Druck sowohl auf der badischen Prinzessin Geroldine als auch auf dem württembergischen Prinzen Uli. Jeder sollte einen Partner aus dem anderen Landesteil finden. Da auch Adelssprosse heutzutage arbeiten müssen, begegneten sich die beiden an ihrem Arbeitsplatz in der Tannenhag-Schule im Württembergischen. Geroldine mit ihrem Migrationshintergrund hatte es dort nicht gerade einfach, erst recht nicht als sie es wagte, im Ausland das Badnerlied anzustimmen. Ausgegrenzt ging sie frustriert zurück ins Badenerland. Kaum war sie weg, vermisste Uli den Frohsinn der badischen Prinzessin schrecklich, doch statt sie zu suchen, beschloss er, sich selber eine Traumfrau zu bauen. Die selbstgebauten Frauen wurden immer schöner, aber jedes Mal am Sonntag nach der Fasnet verbrannte er die Trugbilder auf einem Holzhaufen am See. Das Spektakel wurde immer größer, bis Geroldine in der Ferne das Leuchtfeuer sah und zurückkehrte. So besiegelte sich nach 60 Jahren endlich etwas, was schon lange zusammengehörte. Seit der närrischen Trauung tragen die beiden den Familiennamen „von Baden-Württemberg“.
Beim Zunftmeisterempfang zum 50. Jubiläum der Bächlesfischer wurden die Neuvermählten den versammelten Narren vorgestellt. Christian Stenzel mahnte, dass in Fischbach ein Jugendball fehlt: „Unsere Jugend muss jetzt nach Kehlen, das ist gleich hinter Nowosibirsk.“ Den Schwarze Peter zu diesem Thema wollte niemand haben.
Im Umzug begleiteten 27 Narren-Zünfte und viele Gruppen den Narrenbaum auf seiner Ehrenrunde durch Fischbach. Der Narrenbaum kam diesmal aus Spaltenstein, genauso wie ein kleiner Motivwagen, der sich über Tempo 30 und die vielen Blitzer entlang der B 31 in „Blitzlicht-City“ Fischbach lustig machte. Fetzige Musik der Musikgruppen half den Zuschauern, der Kälte zu trotzen. Am Ende des Zuges fuhr inmitten des Trommlerzuges Graf-Ferdinand vom Ines das stolze und glückliche Prinzenpaar auf seinem Thron.
Bevor der Narrenbaum aufgestellt werden konnte, musste erst einmal viel heißer Glühmost die Feuerwehr Fischbach stärken. Viele Hau-Ruck-Rufe halfen, bis der Baum stolze 25 Meter in den Fischbacher Himmel ragte.