Zu einem Tag der offenen Tür lud das IT-Systemhaus Bechtle am Donnerstagnachmittag seine Kunden in die Niederlassung in der Albert-Maier-Straße in Friedrichshafen ein. Anlass war die Übernahme und jetzt erfolgte Integration des IT-Dienstleisters Kumatronik, der zuvor in Markdorf ansässig war und zur Kumagroup Holding GmbH gehörte.
Der Kauf der Kumatronik erfolgte nach Auskunft von Martin Seeger, Geschäftsführer für den Bereich Vertrieb bei Bechtle und früher als Geschäftsführer bei Kumatronik tätig, Anfang März. Das Systemhaus Kumatronik hatte rund 100 Mitarbeiter an vier Standorten mit rund 22 Millionen Euro Umsatz. Die Mitarbeiter wurden in die benachbarten Bechtle-Standorte integriert. Die Markdorfer Kumatronik-Mitarbeiter zogen am 2. Mai nach Friedrichshafen. Zwei ehemalige Kumatronik-Standorte (Augsburg und Ulm) wurden zu Bechtle-Standorten.
Seeger nannte es eine „Liebe auf den zweiten Blick“. Schon 1997 gründeten die damalige Kumatronik und Bechtle eine gemeinsame Firma in Stuttgart. Bechtle stieg aber wieder aus, weil dieses Unternehmen nicht erfolgreich genug war. Anfang 2012 fanden die Unternehmen erneut zusammen. Dafür habe es gute Gründe gegeben, so der Geschäftsführer: wenig Überschneidungen im Kunden- und ein sich ergänzendes Lösungsportfolio, eine ähnliche schwäbische Unternehmenskultur und – aus Kumatronik-Sicht – hervorragende Prozesse und Systeme bei Bechtle. Eine Kaufpreissumme nannte Seeger nicht.
Bechtle ist ein Marktführer im IT-Bereich mit rund 65 Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, etwa 5800 Mitarbeitern europaweit und 2011 einem Umsatz von 2 Milliarden Euro, so Seeger. In der Region Bodensee ist Bechtle mit etwa 110 Mitarbeitern vertreten, davon 75 in Friedrichshafen und 35 in Radolfzell. Die Systemhäuser bieten das gesamte Spektrum des IT-Bedarfs. In Friedrichshafen ist Bechtle zudem Spezialist im Bereich Rechenzentrum mit auf die Kunden zugeschnittenen Cloud- und Virtualisierungslösungen sowie einem Schulungszentrum, erläuterte Günther Frauenknecht, Geschäftsführer des Bereichs Technik. Der Umsatz liegt in der Region bei rund 20 Millionen Euro.
