Dinnerjazz war es gewiss nicht, was Bernd Konrad zum Abend beitrug: Der in Konstanz lebende Saxofonist und Professor für Popularmusik und Jazz an der Musikhochschule Stuttgart verband in seinem Spiel geschmeidig fließende Passagen mit extrem kurz geblasenen, perkussiven Tönen, die man vielleicht mit einem Kontrabass verbinden würde; dem gewöhnlichen Klangbild eines Saxofons sind sie jedenfalls fremd. Aufgeboten wurde mit Bernd Konrad aber nicht nur ein internationaler Spitzenjazzer - auch vom Schweizer Künstler Christoph Rütimann wurde die Musik auf die Spitze getrieben; auf die Spitze der Stacheln von Kakteen, mit denen Rütimann Musik machte. Rütimann strich und zupfte an den Stacheln, und durch Mikrofone übertragen, entstanden trappelnde, wuselnde, bis hin zu harschen Klangbildern. Fast wäre diese Kaktus-Performance übrigens ausgefallen: Der Zoll wollte Rütimann nicht erlauben, seine Kakteen, in denen die Beamten keine Instrumente, sondern nur geschützte Pflanzen erkannten, von der Schweiz nach Deutschland zu bringen. In letzter Sekunde gelang es dem Vorstand des Kunstvereins, Kakteen aus Überlingen zu organisieren.

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