Friedrichshafen Kooperiert mit dem Fraunhofer-Institut Fokus“ Berlin
30.04.2009
Friedrichshafen (hde) Jörn von Lucke hat am Dienstagabend seine Antrittsvorlesung in der Zeppelin-Universität (ZU) gehalten. Von Lucke ist seit Januar Professor an der ZU und hat dort den Lehrstuhl für Verwaltungs- und Wirtschaftsinformatik inne. Von Lucke ist außerdem Leiter des „Deutsche Telekom Institute for Connected Cities“ (TICC), welches die Forschung und Lehre der angewandten Informatik stärken will.
In seiner Antrittsvorlesung mit dem Namen „Entdecken, Erkundung und Entwicklung 2.0“ zeigte der Professor Themenfelder auf, die seine zukünftige Arbeit bestimmen werden. So sollen Unternehmen und Institutionen wie die ZU die Lebensqualität der Friedrichshafener steigern. Bereiche wie der Tourismus, die Wirtschaft und die Industrie könnten von neuen technischen Möglichkeiten profitieren und eine Vorreiterrolle einnehmen, so von Lucke. „Die Eingliederung der Häfler ist eine Herausforderung.“ Doch hierfür hat der Professor bereits konkrete Ansätze: So soll in Friedrichshafen ein Bürger-Wiki eingeführt werden, ähnlich Wikipedia. Auf diese Weise sollen die Friedrichshafener die Möglichkeit haben, Informationen über ihre Stadt zusammenzutragen und diese aktuell und zeitnah zu diskutieren und anzupassen.
Für Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, sollen verschiedene, virtuelle Bildungsplattformen eingerichtet werden. Mit diesen Plattformen soll es beispielsweise möglich sein, Sprachen zu lernen, bei denen der öffentliche Zuspruch sonst gering ist. Eine andere Möglichkeit sei es, auf Datenbanken wie zum Beispiel der Unesco zuzugreifen. Durch das TICC könnten kulturelle Erlebnisse geschaffen werden, indem man zum Beispiel Breitbandveranstaltungen von Friedrichshafen in die Welt sendet oder anders herum: „Stellen Sie sich vor, Sie sehen auf einer Leinwand eine Live-Übertragung des New Yorker Philharmonie Orchesters und das sogar noch direkt am Seeufer!“
Auch in dem Bereich der Verwaltung soll der technische Fortschritt Fuß fassen: „Behördengänge sollen durch die IT entlastet werden“, sagte von Lucke. So soll es Bürgern möglich sein, Dokumente auf sicherem Weg per E-Mail zu versenden. Friedrichshafen werde hierzu als Testgebiet dienen.
Als Höhepunkt der Veranstaltung unterzeichneten von Lucke und Berthold Butscher, stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts Fokus, einen Kooperationsvertrag. Die beiden Institutionen wollen klären, inwiefern T-City Friedrichshafen Open-Source-Software, also öffentlich zugängliche Software-Lizenzen, nutzen kann und um welche Software es sich genau handelt.
