Friedrichshafen Kinderhospizdienst Amalie immer gefragter

Ehrenamtliche unterstützen Familien in Notsituationen. Die Einrichtung hat eine Spende von Vertretern der MTU-Betriebskrankenkasse erhalten.

Wenn Kinder oder deren Angehörige durch Krankheiten vom Tod betroffen sind, brauchen sie und ihre Familien besondere Unterstützung. Denn plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Der ambulante Kinderhospizdienst Amalie hat es sich zur Aufgabe gemacht, drohende Hilflosigkeit aufzufangen und Familien zu stärken.

Gegründet wurde der unter der gemeinsamen Trägerschaft der Stiftung Liebenau und der Malteser stehende Hospizdienst 2010. Seit Beginn dieses Jahres gibt es zusätzlich zu den Stellen im Landkreis Ravensburg und Bodenseekreis noch ein "Büro im Allgäu" in Wangen. Mittels ehrenamtlichen Helfern ist Amalie zur Stelle, wenn bei einem Kind die Diagnose einer lebensverkürzenden Krankheit gestellt wird. "Die betroffenen Familien wenden sich an uns und wenn sich eine Begleitung ergibt, besuchen unsere Paten die Familien regelmäßig", erklärt Sybille Wölfle, Koordinatorin des Kinderhospizdienstes Amalie im Bodenseekreis. Sie weist darauf hin, dass es auch in Fällen, bei denen ein Elternteil erkrankt ist, Unterstützung gibt. Zur Entlastung zähle zum Beispiel, dass die Paten sich um die Geschwisterkinder, die in solchen Notsituationen oft zu kurz kämen, kümmern und mit ihnen Freizeitaktivitäten unternehmen. Die Helfer sind für diese Aufgaben besonders qualifiziert und besuchen über den Hospizdienst Amalie eine Fortbildung von zirka 100 Stunden.

"Für jede Familie gibt es meist zwei Paten, die kommen einmal in der Woche vorbei", berichtet Wölfle. In Krisenzeiten, zum Beispiel nach einem Todesfall, werden Familien länger betreut. Um Kindern zu helfen, mit ihrer Trauer umzugehen, gibt es mehrere Projekte. Beispielsweise wird einmal im Jahr ein Ausflug organisiert. Vergangenes Jahr war eine Gruppe hinterbliebener Jugendlicher im Europapark Rust. Wölfle: "Für sie ist es wichtig zu sehen, dass es andere gibt, denen es ähnlich geht." Für Kinder von sechs bis zwölf Jahren gibt es in Kooperation mit der Sonja-Reischmann-Stiftung seit 2013 regelmäßig Trauergruppen in Ravensburg und Friedrichshafen. 40 Kinder haben diese nach Angaben von Amalie bisher besucht. Im Bodenseekreis wird der Kinderhospizdienst von der Stadt Friedrichshafen durch das "grüne Klassenzimmer" unterstützt. Bei diesem Projekt können Kinder Exkursionen in die Natur unternehmen. Wölfle erzählt auch vom Projekt "Hospiz macht Schule", das noch in Planung ist.

Bei der Finanzierung ist der Hospizdienst Amalie auf Spenden angewiesen. Lediglich 30 bis 40 Prozent laufen über einen Förderbeitrag der Krankenkassen. "Das Geld fließt zum Beispiel in die Ausbildung und die Fahrtkosten der Paten", erklärt Barbara Weiland, Amalie Friedrichshafen. Außerdem natürlich auch in die Strukturen des Dienstes, da inzwischen vier Koordinatorinnen beschäftigt sind.

Eine Spende von 1000 Euro gab es am Montag vom Vorstand der Betriebskrankenkasse (BKK) der MTU. Die Mitglieder des Verwaltungsrates verzichteten auf ihre Aufwandsentschädigung. Roland Dietz, Vorstand der BKK MTU, berichtet, dass das Kind eines Mitarbeiters verstorben sei. Deshalb gebe es einen persönlichen Bezug zu Amalie. "Mir war es wichtig, ein so hoch zu schätzendes Ehrenamt zu unterstützen. Wo unsere Grenzen bei der Krankenkasse sind, fängt die Arbeit der Amalie an", sagte Dietz.


Ambulante Hilfe

Der Kinderhospizdienst Amalie wurde 2010 gegründet. Derzeit werden im Landkreis Ravensburg neun Familien betreut, im Bodenseekreis 13. Es handelt sich bei den Betroffenen um lebensverkürzende Krankheiten wie Stoffwechsel- oder Krebserkrankungen. Die Paten absolvieren über Amalie eine Ausbildung, in der sich momentan 15 Ehrenamtliche befinden. 42 Paten sind schon ausgebildet. Es besteht immer noch Bedarf. Im Oktober beginnt ein neuer Ausbildungskurs.

Informationen im unter: www.kinderhospizdienst-bodensee.de

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