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Friedrichshafen Kinder und Senioren arbeiten gemeinsam an Kunstprojekt

Das Kinderhaus Habakuk und das Seniorenzentrum Wilhelm-Maybach-Stift beschäftigen sich gemeinsam in einem Kunstprojekt mit dem Thema Inklusion.

Friedrichshafen (ght) "Wer weiß denn noch, was wir heute machen wollen?", fragt Erzieherin Betty Weise in die Runde. Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten. "Maaalen", rufen Nina, Romeo, Matija, Pia, Frieda, David, Paul, Tinka, Pauline und Aaron wie aus einem Munde. "Und wen?" "Die Mamaaa." Und schnell kommt ein Gespräch in Gang, das sich um Eltern, um Familien, natürlich auch um Großeltern dreht. "Wohnen Oma und Opa eigentlich weit weg?" "Leider ja", hört man einige Stimmchen.

Gut vorbereitet sind die Mädchen und Jungen des Kinderhauses Habakuk gestern ins Seniorenzentrum Wilhelm-Maybach-Stift gekommen. Der Weg ist ihnen nicht neu, der Kontakt auch nicht. Schließlich treffen sich Jung und Alt in regelmäßigen Abständen. Diesmal geht es um ein ganz besonderes Projekt und einen Anlass, der kurz bevorsteht. Pünktlich zum Muttertag wollen die Kinder zusammen mit den Senioren, die teilweise auch demenziell erkrankt sind, künstlerisch tätig werden und gemeinsam schöne Bilder gestalten, die dann beim Muttertagsgottesdienst im Bonhoefferhaus natürlich auch ausgestellt werden.

Aber Malen ist eben nur die eine Seite der Medaille. Es gibt eben auch viel zu erzählen. "Meine Mutter hatte ganz lange und dunkle Haare – sie kam nämlich aus Vietnam", weiß Heimbewohnerin Eleane Pham zu berichten. Eine andere Seniorin weiß noch, dass ihre Mama so schön angezogen war, wenn sie in die Stadt gegangen ist. Und die nächste erinnert sich daran, dass sie zu Hause mehr als fünf Kinder waren und sie als Älteste immer auf die Kleinen aufpassen musste. "Ja, die Arbeit ging nie aus", sagt auch Erna Mahnke. Aber auch die Kinder wissen einiges aus früheren Zeiten, dass es damals etwa noch keine Handys gab und dass auch Waschmaschine und Staubsauger lange Zeit keine Selbstverständlichkeit waren.

"Pfarrer Hannes Bauer hat ein grundsätzliches Kunstprojekt angeregt. Wir haben uns dann Gedanken gemacht, was Alt und Jung verbindet. An seine Mama denkt jeder gerne – und auch der Muttertag ist nicht mehr weit", berichtet Erzieherin Betty Weise und zeigt den Kindern ein paar Beispiele davon, dass auch berühmte Künstler wie Picasso ihre Mütter gemalt haben. Gemeinsam überlegen alle, wie die jeweiligen Mamas so aussehen und wie man sie malen könnte. Wie könnte das Bild aussehen? Zuerst wird auf Papier ein Entwurf mit Bleistiften gemalt. Später geht's dann mit Farbe auf die Leinwand. "Ein wirklich spannendes Projekt. Es ist interessant, zu beobachten, wie die Kinder ihre Mütter sehen und, in welcher Situation sie sie zeichnen", befindet Erzieherin Sandra Dejan. "Gefällt dir mein Bild?" Die Älteren fragen die Jüngeren um ihre Meinung und umgekehrt. "So etwas haben wir noch nie gemacht, es ist ein Experiment", sagt Betty Weise. Die Zeichen stehen gut, dass das Experiment gelingen wird.

Kunstprojekt

Das Seniorenzentrum Wilhelm-Maybach-Stift (WMS) der Bruderhaus Diakonie pflegt schon seit Jahren eine lebendige Kooperation mit dem evangelischen Kinderhaus Habakuk in der Kitzenwiese. Vorschulkinder besuchen Senioren – oder auch umgekehrt. Jung und Alt kommen miteinander ins Gespräch, machen einen gemeinsamen Spaziergang und basteln zusammen. Beim aktuellen Projekt zum Thema Inklusion will man sich gemeinsam dem Medium Kunst in Hinblick auf "Mutter/Familie" nähern. Die Arbeiten, die in Zusammenarbeit von Kindergartenkindern und Heimbewohnern entstehen, werden im Rahmen des Muttertaggottesdienstes am 14. Mai um 10 Uhr in der Bonhoefferkirche ausgestellt. (ght)

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