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Friedrichshafen Keine Panik nach Amok-Schüssen in Memmingen

24.05.2012
Friedrichshafen -  Auch Schulleiter in Friedrichshafen werden durch Warnsystem informiert

An allen Schulen Friedrichshafens, hier das Graf-Zeppelin-Gymnasium, wird jährlich der Schutz vor Amokläufen geübt.  Bild: Schall

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Dem frisch gebackenen Vorsitzenden des Friedrichshafener Jugendrates, Kevin René Breh, „läuft ein kalter Schauer über den Rücken“, wenn er an Memmingen denkt. Am Dienstag hatte dort ein 14-Jähriger in seiner Schule mit zwei scharfen Waffen hantiert und einen Schuss abgegeben. Am Abend war der mögliche Amokläufer dann von der Polizei überwältigt worden. „Mulmig ist mir schon, aber Angst habe ich nicht“, erklärte der 18-jährige Jugendratsvorsitzende Kevin Breh gegenüber dem SÜDKURIER. „Ich glaube, dass an meiner Schule so etwas nicht passieren könnte“, meinte Breh. Der Häfler nimmt in puncto „Amoklauf an Schulen“ die Gesellschaft in die Pflicht: „In der heutigen Zeit sollte so etwas nicht mehr vorkommen. Bei Amok-läufen handelt es ich um Kurzschlussreaktionen“, an deren Ursachen gearbeitet werden müsse.

An den Friedrichshafener Schulen wird seit geraumer Zeit Vorsorge gegen Amokläufe getroffen. Josef Brugger ist Rektor der Häfler Pestalozzischule, einer Werkrealschule, die nach seinen Worten die zweite städtische Schule ist, die inzwischen komplett mit einem Alarmsystem und so genannten Panik-Türen ausgerüstet ist, um im Falles eines Amoklaufs einen möglichst guten Schutz für Schüler und Lehrer bieten zu können. Dank der genannten Panik-Türen können die Klassenzimmer ohne Schlüssel abgeschlossen, aber jederzeit von innen geöffnet werden. Für die Pestalozzischule gibt es jetzt auch ein eigenes Signal für einen Amokalarm.

Die Merianschule, die als erste städtische Schule in Friedrichshafen mit solchen Systemen ausgestattet wurde, diente als Modellschule. Entsprechend dem dort erprobten Modell werden alle städtischen Schulen bis 2014 aus- und umgerüstet werden. Die Stadt investiert dafür insgesamt rund 2,3 Millionen Euro. Brugger hat inzwischen auch einen der vom baden-württembergischen Kultusministerium für alle öffentlichen Schulen bereitgestellten „Pager“, ein kleines Alarmierungsgerät. Diese seien wichtig, um im Notfall die nötigen Informationen schnell zu bekommen, sagte Brugger in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER. Wenn sich auch nur ein Vorfall verhindern lasse, habe sich der Einsatz schon gelohnt, so Brugger. Wie in einem Amokfall zu reagieren sei, sei breit mit Feuerwehr und Polizei besprochen worden. „Mehr kann man nicht mehr machen.“

Uwe Beck, Schulleiter des Häfler Karl-Maybach-Gymnasiums, erlebte am Dienstag den ersten Echteinsatz des „Pagers“. Um 16.10 Uhr war die Alarmmeldung durch das baden-württembergische Kultusministerium eingegangen. Rektoren im Alb-Donau-Kreis, im Kreis Biberach und im Kreis Ravensburg sollten ihre Schüler in den Schulen lassen, da der mutmaßliche Amokläufer aus Memmingen noch auf der Flucht sei. Für Beck stellte sich die Frage, ob angesichts der Nähe zum Kreis Ravensburg diese Schutzmaßnahmen auch für Schüler des KMGs gelten müsste. Letztlich, aufgrund weiterer Informationen aus dem Internet und wegen des nahen Unterrichtsendes um 17 Uhr hätte er sich gemeinsam mit seinem Stellvertreter dagegen ausgesprochen. Hinter den gewählten großen Alarmierungskreis stellte er im Gespräch mit dem SÜDKURIER ein kleines Fragezeichen.

Für Hermann Dollak, Schulleiter des Häfler Graf-Zeppelin-Gymnasiums (GZG), war nach der „Pager“-Meldung klar, dass am GZG keine Schutzmaßnahmen nötig sind. Allerdings informierte Dollak die Lehrer, die sich zurzeit mit Schülern in einem Schullandheim im Allgäu aufhalten, über die Ereignisse in Memmingen.

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