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22.09.2012  |  von Manfred Dieterle-Jöchle  |  0 Kommentare

Friedrichshafen Kein Kurswechsel beim Dieselmotorenbauer Tognum

Friedrichshafen -  Die Großaktionäre Daimler und Rolls-Royce bestätigen das vor der Übernahme ausgehandelte Eckpunkte-Papier. Die Übernahmegesellschaft Engine Holding bleibt bestehen und bekommt einen Aufsichtsrat.

Die Arbeitsplätze der Stammbelegschaft sollen sicher bleiben: Die Großaktionäre Daimler und Rolls-Royce erneuerten ihre Zusagen an die Tognum AG. Unser Bild zeigt die Montage eines Motors der Baureihe 4000 im Friedrichshafener MTU-Werk.  Bild: Tognum

Die Arbeitsplätze der Stammbelegschaft sollen sicher bleiben: Die Großaktionäre Daimler und Rolls-Royce erneuerten ihre Zusagen an die Tognum AG. Unser Bild zeigt die Montage eines Motors der Baureihe 4000 im Friedrichshafener MTU-Werk.  Bild: Tognum

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Autor
Manfred Dieterle-Jöchle
Redakteur / Lokalredaktion Friedrichshafen


Nochmals schriftlich bestätigt haben Daimler und Rolls-Royce, dass der bisher vereinbarte Kurs der Tognum AG bestehen bleibe. „Am Eckpunkte-Papier hat sich nichts geändert“, sagte Daimler-Sprecher Florian Martens in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER. Im März vergangenen Jahres wurden im Vorfeld der geplanten Übernahme in diesem Papier weitreichende Zusagen an die Mitarbeiter gemacht: Hohe Investitionen, der Erhalt der Stamm-Arbeitsplätze und die Fortführung laufender Vereinbarungen mit der Stammbelegschaft wurden garantiert. Ebenso wurde darin fixiert, dass Friedrichshafen weiter Stammsitz des Häfler Dieselmotorenbauers bleibt. Mit den kürzlich erfolgten Unterschriften wurde der bisherige gemeinsame Kurs der beiden Großkonzerne mit der Tognum AG bekräftigt.

Daimler und Rolls-Royce hatten für die Übernahme der Tognum AG eine gemeinsame Tochter gegründet, die Engine Holding. Und für diese hatte der Tognum-Betriebsrat einen Aufsichtsrat gefordert. Zur Not sollte dieses Aufsichtsgremium auf dem gerichtlichen Klageweg durchgesetzt werden. Nach den vorliegenden Expertisen sei inzwischen klar, so Martens, dass es die Engine Holding wegen gesellschaftsrechtlichen Fragen weiterhin gegeben werde. Da dies nun feststehe, werde für diese Tochter auch ein Aufsichtsrat eingerichtet. Keineswegs werde mit dieser Entscheidung nun einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit dem Betriebsrat zuvor gekommen. Offen ist noch die Frage, wie viele Sitze der Engine-Aufsichtsrat haben wird. Dies müsse im nun laufenden Prozess geklärt werden. Da im kommenden Jahr auch Aufsichtsratswahlen bei der Tognum AG anstehen, sei geplant, dass am gleichen Tag sowohl dieser Aufsichtsrat wie der der Engine Holding gewählt werde, sagte Martens. Einen fixen Termin für eine Hauptversammlung der Tognum AG im kommenden Jahr gibt es bisher noch nicht.

„Der Betriebsrat begrüßt die Absicht, einen Aufsichtsrat in der Engine Holding zu gründen. Für den Betriebsrat ist es selbstverständlich, dass der Aufsichtsrat paritätisch besetzt wird“, heißt es in einer Stellungnahme der Betriebsratsspitze der Tognum AG. Betriebsratschef Karl-Heinz Wulle und dessen Stellvertreter Thomas Bittelmeyer fordern, dass in dem neuen Aufsichtsgremium jeweils gleich viele Arbeitnehmer-Vertreter wie Vertreter der Kapitalseite sitzen.

„Wir sind erstaunt, dass Daimler und Rolls-Royce solange benötigten, um einen Aufsichtsrat zu bilden. Wir haben beide Unternehmen auf diesen Sachverhalt schon im dritten Quartal 2011 hingewiesen. Wir sind hoch erfreut, dass sich Daimler und Rolls-Royce unserer Meinung nun endlich angeschlossen haben“, heißt es in der Stellungnahme des Betriebsrats weiter.

Klare Worte finden die beiden Betriebsräte zum zukünftigen Kurs des Häfler Dieselmotoren-Bauers: „Wir, die Mitarbeiter von Tognum und MTU, haben alle in den vergangen Jahren bewiesen, dass wir, egal ob als börsennotiertes Unternehmen oder als ‚Werk 82' bei Daimler, immer selbstständig hervorragende Ergebnisse erzielt haben und auch in schlechten Zeiten immer noch viel Geld an Daimler überweisen konnten und mussten. Eine Einmischung in die Tognum/MTU- Strategie von Unternehmen, die unser Geschäft nicht wirklich kennen, lehnen wir ausdrücklich ab!“ Der Betriebsrat werde die künftige Entwicklung weiter kritisch begleiten. Und nötigenfalls Daimler und Rolls-Royce an ihre Zusagen erinnern.

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Die Tognum AG, Anbieter von Dieselmotoren, kompletten Antriebs- und Energiesystemen, ist mit ihrem Kernunternehmen MTU Friedrichshafen einer der wichtigsten Arbeitgeber am Bodensee.

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