„Meiner Meinung nach wird die reguläre Spielzeit mit einem 0:0 ausgehen und erst im Elfmeter wird Italien gewinnen, aber es wird trotzdem eine knappe Sache“, sagt Roberto Soravia. Er wünscht sich ein faires Spiel und einen sportlichen Umgang der Fans untereinander im Anschluss an das Spiel, wenn zusammen auf den Straßen gefeiert wird. Er werde das Spiel zu Hause in Ruhe am Fernseher mitverfolgen.
Ganz anders sieht es bei Gianluigi Scalcione aus. Er wird mit seiner ganzen Familie das Spiel beim Public Viewing am Buchhornplatz anschauen. Seine Mutter ist Deutsche und sein Vater stammt aus Italien. Meinungsverschiedenheiten und Diskussionen im Vorfeld des EM-Spiels seien da nicht ausgeschlossen innerhalb der Familie. Aber spätestens wenn das Spiel beendet ist und der Sieger feststeht, sei man sich wieder einig, erzählt Scalcione. Auch er rechnet mit einem Elfmeter, der zugunsten von Italien ausfallen wird. In der italienischen Mannschaft sei Mario Balotelli sein Favorit. „ Er macht zwar manchmal Fehler und ist sich ein bisschen zu selbstsicher, aber er macht seine Sache trotzdem hervorragend“, sagt Scalcione. Wenn Italien gewinnt, wird er nach dem Public Viewing mit seinen Freunden am Auto-Korso in der Stadt teilnehmen. Und der könne sich erfahrungsgemäß bis spät in die Nacht hineinziehen.
Ob auch Schüler noch spätabends das Halbfinal-Spiel anschauen sollten, obwohl am nächsten Tag wieder Unterricht ist, das wurde im Vorfeld an Schulen diskutiert. „In einer Konferenz habe ich zusammen mit meinen Kollegen beschlossen, dass am Freitag nach dem EM-Spiel keine Arbeiten in den Klassen geschrieben werden. Denn wir rechnen damit, dass viele unserer Schüler das Spiel anschauen werden“, sagt beispielsweise Christine Waggershauser, Schulleiterin der Grundschule Fischbach. Am Schultag nach dem vergangenen EM-Spiel habe sie keine Müdigkeitserscheinungen bei den Schülern feststellen können und viele ihrer Zöglinge würden auch nur die erste Halbzeit anschauen, berichtet Waggershauser. Rektorin Silvia Fakner von der Albert-Merglen-Schule sieht den Fall ähnlich: „Die Schüler sind vielleicht übermüdet, aber man merkt es ihnen nicht an und außerdem ist die Fußball-Europameisterschaft ein Thema, über das wir mit den Schülern sprechen. Und deswegen müssen sie es auch nicht verheimlichen, wenn sie sich das Spiel angeschaut haben.“ Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer unterstützt diese Vorhaben: „Wir möchten es gerne allen fußballbegeisterten jungen Leuten ermöglichen, ihrer Nationalmannschaft die Daumen zu drücken.“
Vom Public Viewing in der ZF-Arena bis zum Autokorso durch die Stadt: Im SÜDKURIER-Themenpaket finden Sie alle Berichte und Bilder zum EM-Geschehen in Friedrichshafen und der Umgebung.
