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Der geplante Neustart des Internetauftrittes der Stadt Friedrichshafen ist im Kommunalparlament umstritten: Nach teilweise kontroversen Diskussionen entschieden gestern die Mitglieder des Gemeinderates mehrheitlich, die von der Verwaltung vorgeschlagene Vergabe des Auftrages an die Multimedia Solutions GmbH (MMS) der Deutschen Telekom zunächst bis September erneut zu überdenken.

Friedrichshafen - Zum Hintergrund: Der aktuelle Internetauftritt der Stadt Friedrichshafen unter www.friedrichshafen.de basiert bislang auf einem System der Firma Advantic. Der Mietvertrag für die benötigte Software läuft Ende August 2009 aus. Mit den gestiegenen Anforderungen wurden Auswahlkriterien erarbeitet, die laut Verwaltung nicht mehr durch den bisherigen Anbieter gewährleistet werden können. "Die Geschäftsführung der FN-Dienste schlägt vor, das Angebot der MMS anzunehmen, da die Entscheidungskriterien für eine neue Internet-Serviceplattform am Besten erfüllt werden und der Preis im Vergleich zu den anderen Alternativen am günstigsten ist", heißt es im "Entscheidungsvorschlag" der Sitzungsvorlage. Die Kosten würden demnach einmalig 30000 Euro und die Folgekosten jährlich rund 16000 Euro betragen.

Den Stein ins Rollen brachte CDU-Fraktionschef Johannes Brugger. "Ich halte Advantic immer noch für einen leistungsfähigen Partner", sagte er und stellte die grundsätzlich Frage in den Raum, ob Friedrichshafen einen völlig überarbeiteten Internetauftritt mit einem neuen Partner brauche, der überdies noch mehr Geld koste. Nach langer Debatte folgten schließlich die Ratsmitglieder mehrheitlich dem Antrag von Brugger, diese Entscheidung nochmals in einem Fachgremium zu beraten. An diesem Votum hatten auch die ausführlichen Erläuterungen von Jürgen Kaack, Geschäftsführer T-City Friedrichshafen, nichts ändern können: Er hatte versichert, dass ein Wechsel zu MMS aus diversen Gründen sinnvoll sei.

Einhellige Zustimmung fanden unterdessen die Bemühungen der Stadtverwaltung, den Bürgern durch den verstärkten Einsatz von Informationstechnologie und Internet noch mehr Servicequalität zu liefern. Die Räte gaben unter Anderem grünes Licht dafür, die bereits im Stellenplan im Haupt- und Personalamt vorgesehenen zwei Posten zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu besetzen.

Dass die Menschen in und um Friedrichshafen von den Verkehrsproblemen besonders umgetrieben werden, dokumentierten die Ratsmitglieder mehrheitlich mit einem weiteren Beschluss. Sie gaben für die Finanzierung eines Projektfeldleiters, der im Rahmen des T-City Projektfeldes Verkehr und Mobilität ein integriertes Verkehrsleitsystem mit erarbeiten soll, noch für 2008 Mittel in Höhe von 105000 Euro frei.

Die Wahl fiel hier auf Stefan Denzinger von der Dornier Consulting GmbH, der als ausgewiesener Fachmann auf diesem Gebiet gilt. Die Kritik, die Monika Blank (Grüne) an der Höhe der Summe geäußert hatte, wurde vom Gros der Ratsmitglieder nicht geteilt. So sagte etwa Gaby Lamparski (Fraktionsgemeinschaft): "Die Summe ist hoch, aber Verkehr ist das Thema, das uns in Friedrichshafen unter den Nägeln brennt."

Die Aufgabe von Stefan Denzinger wird es nun sein, durch intelligente Leitsysteme in der Stadt und der Umgebung für einen besseren Verkehrsfluss zu sorgen. In einem entsprechenden Konzept soll neben dem Individualverkehr freilich auch der Öffentliche Personennahverkehr mit eingebunden werden.

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