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Friedrichshafen - Seit Herbst 2003 gibt es am Klinikum Friedrichshafen die lokale Schlaganfalleinheit, die in Kooperation mit der Neurologie der Oberschwabenklinik Ravensburg betrieben wird. In der so genannten "Stroke unit" in der Medizinischen Klinik II gibt es zwei speziell eingerichtete Überwachungszimmer für Schlaganfallpatienten. Moderne Medizingerätetechnik und spezialisiertes Personal betreuen die Patienten in Therapie und Pflege. Internisten, Neurologen, Radiologen, Logopäden und Physiotherapeuten arbeiten eng zusammen mit dem Ziel, dauerhafte Behinderungen beim Patienten zu verhindern.

Nach Angaben der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe erleiden jedes Jahr rund 200000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall, der die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für eine körperliche Behinderung im Erwachsenenalter ist. Eile ist geboten, wenn die ersten Symptome erkannt werden: Wird schnell gehandelt, können Gehirnzellen vor dem Absterben gerettet, dadurch körperliche sowie geistige Behinderungen nach dem Schlaganfall erheblich verringert oder sogar vermieden werden.

Auch der Sprecher der Selbsthilfegruppe Schlaganfall Friedrichshafen, Raimund Moser, weist darauf hin, dass jede Apoplexie ein Notfall ist. Davon sind nicht nur ältere Menschen betroffen: "Einen Schlaganfall kriegen nur ganz alte Leute - so ab 29" provoziert die Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe ganz bewusst auf ihren Plakaten.

Für Raimund Moser, der selbst vor einigen Jahren einen Schlaganfall erlitt, sind deshalb Information über Prävention und richtiges Handeln im Notfall sowie Unterstützung von Betroffenen und deren Angehörigen in der Nachsorge die Schwerpunkte in der Arbeit der Selbsthilfegruppe. Ab sofort wird er eine regelmäßige Beratung von Betroffenen und Angehörigen im Klinikum Friedrichshafen anbieten und so die seit langem bestehende Kooperation zwischen dem Klinikum und der Selbsthilfegruppe intensivieren. Gemeinsam mit Chefarzt Dr. Detlev Jäger will Raimund Moser auch präventiv tätig werden, beispielsweise durch Patientenvorträge.

Für Betroffene und deren Angehörige ermöglicht die Häfler Selbsthilfegruppe, eine von über 430 in Deutschland, den Austausch untereinander. Dazu werden zu den regelmäßigen Treffen Ärzte und andere Fachleute eingeladen, um über neue Erkenntnisse auf medizinischem, therapeutischem oder juristischem Gebiet zu informieren.

Kontakt: Selbsthilfegruppe Schlaganfall, Telefon 07544/3727. Informationen im Internet: www.shg-schlaganfall-fn.de; www.schlaganfall-hilfe.de

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