Die Schüler in ihren Sommerferien und die Urlauber freut es, die arbeitende Bevölkerung stöhnt: das Wochenende wird heiß. Während Familien, die frei haben, den ganzen Tag im Schwimmbad oder in der abgedunkelten Wohnung verbringen, müssen die Kollegen bei der Arbeit sehen, wie sie mit den hohen Temperaturen klarkommen. Der SÜDKURIER hat sich umgehört, wie die Häfler sich vor der Hitze schützen.
„Ein Weißbier trinken im Schatten“, schlägt der 63-jährige Ralf Gatzka vor. Er ruht sich gerade auf einer schattigen Bank an der Uferstraße aus. Carmen Mayer braucht etwas mehr Bewegung. „Am liebsten kühle ich mich in einem See ab, Hauptsache, es ist ein natürliches Gewässer“, sagt die 46-Jährige. Ihre Füße hatte sie heute auch schon im Bodensee. Kühlung bringe auch: „Eis essen, Eistee trinken, Tauchen gehen.“ Auch Jonas Jüttner (23) geht ins Wasser: „Der See bietet sich natürlich an, ich gehe dann auch gern mit dem Kopf unter Wasser. Heute schwimme ich mal raus zur Fontäne.“ Besonders schön findet Jüttner die Badestelle vor dem Graf-Zeppelin-Haus. Er hat einen ausgefallenen Trick: „Gestern habe ich mir in einem Eis-Café Eiswürfel geben lassen, weil das Eis nicht gereicht hat, und habe mir damit über Stirn und Nacken gerieben.“
„Zu Hause bleiben und den Ventilator anschalten“, ist die Strategie von Gilles Embach (17). Er will früh morgens lüften und dann die Fenster und Rollläden geschlossen halten. So verfährt auch Judith Richter. Zudem sagt die 34-Jährige: Mein Sohn darf rumkrabbeln mit möglichst wenig an und ich trage leichte Kleidung.“ Die 59-jährige Petra Hertäg sagt: „Ich sitze daheim im Dunkeln. Abkühlung bringt eine kalte Dusche, Eis essen und lauwarme Getränke trinken.“ Die 77-jährige Erika Rauch hat ein bewährtes Konzept: „Ich lasse mir Wasser über die Arme laufen und gehe nur morgens aus dem Haus, wenn es noch nicht so heiß ist.“
Stefan Rudert (57) geht ins Schwimmbad und trinkt viel. Außerdem sagt er: „Bei uns im Garten im Schatten ist es recht kühl, da kann man es aushalten.“ Im Garten sitzen will auch die 40-jährige Christine Wetzel. Körperwarme Getränke trinken und ein kühles Fußbad machen, sind auch heiße Tipps von ihr. Ansonsten: „Mit den Kindern bleibe ich im Haus und gehe erst um 16.30 Uhr raus, um in den Bodensee zu springen.“ Franz Wagner (81) ist pragmatisch: „Was soll man schon machen. Ich sitze zu Hause im Schatten.“ Seine Frau schlägt vor, Eiskaffee zu trinken. „Nichts Kaltes trinken, sondern lauwarm“, findet hingegen Peggy Raabe angebracht. „Ich bleibe zu Hause oder gehe mit meinen Kindern ins Wellenbad Ailingen“, sagt die 28-Jährige.
Ein Genießer ist der 80-jährige Josef Zell: „Ich werde daheim auf der Terrasse nach dem Mittagessen ein Eis essen und dann noch mal so um 16 Uhr, das hat man ja jetzt in der Kühltruhe schnell zur Hand.“ Wenig ausruhen kann die 62-jährige Semeha Behle. Sie bereitet das muslimische Zuckerfest am Sonntag vor. Die Hitze mag sie: „Ich bin 35 Grad gewohnt und bin froh, wenn es hier mal so heiß ist.“
Sich trotz Arbeit abkühlen kann Hubert Remmlinger. „Ich bin Hafenmeister und kann ins Wasser springen. Ich mache so oft wie möglich kalte Fußbäder“, sagt der 61-Jährige. Ganz modern kühlt sich der 29-jährige Bartloniej Gola ab: „Ich benutze kühlendes Gesichtsspray und trage einen Hut. Ich gehe auch gern in den Supermarkt und ins Museum, weil es dort schön kühl ist.“
Hagel und Schnee, Gewitter, Sturm und Starkregen - extreme Wetterlagen gibt es das ganze Jahr über. Lesen Sie im SÜDKURIER-Themenpaket, welche Auswirkungen diese in der Region Bodenseekreis/Oberschwaben haben.
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