Friedrichshafen Helferkreis Asyl St. Columban organisiert mit großem Erfolg dritte Osterfeier

Sehr zufrieden mit dem Besuch der dritten Osterfeier in diesem Jahr ist der Helferkreis Asyl St. Columban. Annemarie Fricker und Pfarrer Bernd Herbinger stellen den Flüchtlingen christliche Ostertraditionen vor.

Bunte Eier, Zopf und Osterlamm: Für uns sind diese Traditionen zur Osterzeit selbstverständlich. Doch für Menschen aus anderen Ländern wie beispielsweise Syrien sind sie fremd. Mit dem Ziel, Bräuche des Christentum zu vermitteln, organisiert der Helferkreis Asyl St. Columban deswegen dieses Jahr zum dritten Mal eine Osterfeier. Eingeladen sind Asylbewerber der Gemeinschaftsunterkunft in der Paulinenstraße sowie ehemalige Bewohner und Flüchtlinge im Einzugsgebiet von St. Columban. Darunter auch die Geschwister Masa (5) und Asil (6), die mit bunten Farben Ostereier malen. Beide Mädchen sind noch nicht lange in Deutschland, können aber schon einiges verstehen und sogar ihren Namen schreiben. Beim Malen bekommen Masa und Asil Unterstützung von Ayshe. "Ich bin heute mit meiner Mama und meinen Geschwistern hier", erzählt die Neunjährige.

Während die Kinder sich vergnügen und auf Ostereiersuche im Garten verschwinden, lassen es sich die Ältern bei Kaffee, Zopf und Osterlamm gutgehen. "Wir sind das erste Mal hier. Der Osterzopf ist sehr gut, es hat alles geschmeckt", sagt Ardi Kasnici, der mit seiner Frau gekommen ist. Das Ehepaar kommt aus dem Kosovo und lebt seit drei Jahren in Deutschland. Für Fatima aus Syrien ist es das zweite Frühlingsfest. "Ich bin gemeinsam mit meiner Familie hier", sagt die junge Frau und nimmt sich ein Stück Osterlamm vom Teller, den Irmgard Steinberger ihr reicht. Wie die Mitwirkende des Helferkreises betont, sei Fatima eine der besten Schülerinnen und lerne sehr schnell Deutsch: "Mich, Eier, Zucker und Butter", zählen die beiden in Frauen sogleich gemeinsam die Zutaten auf, die es bedarf, um ein leckeres Osterlamm zu zaubern.

Um den Menschen etwas über die christlichen Bräuche des Auferstehungsfestes zu vermitteln, stellen Annemarie Fricker, Koordinatorin Helferkreis Asyl, und Pfarrer Bernd Herbinger kurz und knapp drei der wichtigsten Traditionen vor: Osterpalme, Ei und Osterlamm. Damit wirklich jeder im Raum versteht, was die beiden sagen, gibt es einen Dolmetscher, der alles ins Arabische übersetzt.

Der Andrang bei Festen des Helferkreises – neben der Osterfeier gibt es auch ein Sommerfest sowie eine Veranstaltung an Nikolaus – werde stetig größer, weiß Sarah Kessler. Auch sie kümmert sich um Asylbewerber in der Umgebung. "Es ist einfach schön zu sehen, dass mittlerweile Freundschaften entstanden sind. Für mich ist es deswegen auch keine Arbeit, sondern einfach ein nettes Beisammensein", findet die junge Frau. Jeden Freitag veranstaltet der Helferkreis eine Kaffeerunde, zu der jeder eingeladen ist, süße Stückchen und Zopfbrot spenden die Bäckereien Rieser und Weber. Ziel sei es, miteinander ins Gespräch zu kommen. Zeitgleich mit dem Nachmittagskaffee findet ein Deutschkurs statt, den die pensionierte Rektorin der Pestalozzischule, Gerda Marseglia, mit großer Leidenschaft übernimmt. "Jedes Mal, wenn ich Unterricht gebe, werde ich aufs Neue überrascht und bereichert. Am Ende klatschen die Frauen und sind begeistert." Dieses Gefühl habe sie während ihrer gesamten Berufslaufbahn an verschiedenen Schulen nicht gehabt.

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