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Friedrichshafen Häfler sind mit Joachim Gauck einverstanden

21.02.2012
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Der frühere DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck ist der gemeinsame Kandidat von Union, SPD, Grünen und FDP bei der kommenden Wahl zum Bundespräsidenten. Häfler Bürger sind mit dieser Entscheidung weithin sehr zufrieden.

Allgemein scheinen sie sich einen Amtsträger mit einem möglichst reinen Lebenslauf zu wünschen und sehen dies in Joachim Gauck erreicht.

„Ich finde es prima. Gauck ist eine gestandene Persönlichkeit und außerdem nicht vorbelastet“, sagt Uwe Bohner im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Auf die Frage, ob er Gauck für fähiger als Wulff hält, weiß Bohner keine genaue Antwort. „Das sind verschiedene Generationen, das kann man so nicht vergleichen. Fest steht aber, dass wir keine so hübsche Präsidentengattin mehr haben werden“, sagt Bohner und lacht.

Der gemeinsame Kandidat der vier großen Parteien zu sein, scheint Gauck ebenfalls zugute zu kommen. „Er schlägt Brücken und vereint die Parteien hinter sich, so was wünscht man sich ja von einem Bundespräsidenten“, sagt Martin Reichle. „Gauck ist unabhängig und somit angemessen für dieses Amt“, meint er. Auch Gaucks Tätigkeiten als Pfarrer und Bürgerrechtler in der ehemaligen DDR empfindet Reichle als positiv. Allerdings sei es schade, dass aktuell keine weibliche Kandidatin ins Rennen gegangen sei: „Das hätte mir sehr gefallen. Eine Frau an dieser Stelle wäre wirklich mal angebracht.“ Gaucks Vergangenheit in der ehemaligen DDR finden aber nicht alle passend für das Amt des Bundespräsidenten. „Nein, ich bin gar nicht begeistert davon“, sagt eine Friedrichshafenerin. „Ich bin total dagegen, dass er Präsident wird. Er ist noch viel zu angehaucht von drüben.“

Georg Potzel hingegen hebt Gaucks parteilose und somit neutrale Position hervor. „Es ist okay, wenn er Bundespräsident wird. Er macht einen seriösen Eindruck auf mich.“ Auch die jüngere Generation sieht in Gauck einen fähigen Kandidaten: „Sein Ruf ist nicht vorbeschädigt“, sagen Marcel Danz und Lisa Kaser.

Der CDU-Landtagsabgeordnete des Bodenseekreises, Ulrich Müller, kommentiert die Entwicklungen so: „Im Weg etwas umständlich – im Ergebnis eine gute Sache.“ Gauck sei ein überzeugender Verfechter des freiheitlichen Rechtsstaates, zumal er in der DDR Unfreiheit und Unrecht erfahren habe. „Der Mann hat Format – persönlich und moralisch.“ Gauck befasse sich glaubwürdig mit zwei zentralen Themen. Zum einen mit dem Themenkomplex Freiheit und Verantwortung, zum anderen mit Vertrauensverlust in der Politik. Gauck könne vermitteln, wie Politik aussehen müsse, damit sie in einer Demokratie gut funktioniert.

DDR-Bürgerrechtler?
Diesen Begriff lese ich immer wieder.
Herr Gauck ist keiner gewesen.
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