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Bodenseekreis 

09.09.2006  .

Gute Laune bei Bio-Obstbauern

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Knapp ein Zehntel größer als im vergangenen Jahr wird die Ernte bei den Bio-Obstbauern der Ökobo (Ökologisches Bodenseeobst) ausfallen. Die Stimmung ist bei den Bios gut, steigt doch auch der Absatz Jahr um Jahr. Der Startschuss für die europaweite Apfelernte ist auch bei den ökologisch wirtschaftenden Bauern gefallen.

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Schöne Äpfel machen gute Laune: Die Bio-Obstbauern aus der Bodenseeregion freuen sich auf die anstehende reiche Ernte.
dpa

Bodenseekreis - Die Betriebe von Bioland, Demeter und Naturland in Deutschland, Niederlande, Belgien, Frankreich, Tschechien und Italien erwarten insgesamt eine Ernte von 70000 Tonnen Tafeläpfel. Rund 5500 Tonnen werden dabei von den 27 Bauern der Ökobo auf 354 Hektar hier am Bodensee erzeugt.

"Wir haben ein klares Ertragsplus bei Elstar und Topaz", so Bernhard Strauch, Ökobo-Geschäftsführer und zuständig für die Vermarktung. Umstellungsware gibt es heuer von Flächenzupachtungen der Gesellschafter, die zugleich auch Bauern sein müssen. Neuumsteller konnten im vergangenen Jahr keine gewonnen werden, für die Zukunft sieht man aber auch in diesem Bereich bei der Ökobo eine positive Perspektive.

Wie in der gesamten Landwirtschaft, hatten auch die Bio-Obstbauern mit dem extremen Wetter in dieser Saison zu kämpfen. Das nasse Frühjahr begünstigte den Schorf. Die relativ lange und heiße Trockenphase im Juni und Juli ließ erst einmal kleine Äpfel erwarten. Doch dank des niederschlagreichen Augusts holten die Früchte an Größe auf, und der Unterschied im Umfang zum vergangenen Jahr dürfte nur noch geringfügig sein. Das kühle Wetter im vergangenen Monat förderte die Ausfärbung, die derzeitige Schönwetterphase wird den Äpfeln noch das bekannte Bodenseearoma geben. Mittlerweile ist die Frühäpfelernte abgeschlossen.

Sehnsüchtig erwartet werden nun bei den Verbrauchern Elstar und Co., deren Ernte am Montag beginnt. Insgesamt bauen die Ökobo-Bauern rund 30 verschiedene Apfelsorten an, wobei Elstar, Jonagold und Topaz den Hauptteil ausmachen. Bei den Topaz-Äpfeln, einer schorfresistenten, schmackhaft-knackigen Sorte, ist das Bodenseegebiet im Biobereich sogar Europas größte Anbaufläche.

Die Ökobo-Bauern sind am gesamten Seeufer von Lindau bis Stockach und im Hinterland bis Tettnang und Ravensburg verteilt. Schon die Zwetschgen liefen und laufen in diesem Jahr sehr gut, Erdbeeren und Kirschen waren ebenso heiß begehrt im Naturkostfachhandel und bei den Biosupermärkten in den Großstädten. "Die ersten Äpfel wurden sehnsüchtig erwartet", sagt Bernhard Strauch.

Nach der Ware aus Übersee möchten die Biokunden doch lieber wieder einheimische Ware kaufen. So hat denn auch die Ökobo, die in diesem Jahr in ihre fünfte Vermarktungssaison startete, den größten Zuwachs in der Naturkostbranche sowie bei den Biosupermärkten in den Großstädten und partizipiert an deren Zuwachs bei Obst von annähernd 20 Prozent. Auch im Lebensmitteleinzelhandel findet man immer mehr Ökobo-Obst.

Als kritisch sehen die 27 Ökobo-Bauern einen Zuwachs in Richtung Lebensmitteldiscount. Hochwertiges Bio-Obst neben Billigfleisch? Da man seit Jahrzehnten in der Naturkostbranche verwurzelt sei, wolle man derzeit diesen Weg nicht gehen.

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