Friedrichshafen Gabriele Kreiß verlässt Oberschwaben
Gabriele Kreiß verlässt im zweiten Quartal dieses Jahres die Chefetage der Agentur für Arbeit in Ravensburg. Der Abschied von Oberschwaben fällt ihr sichtlich schwer. Bild: Guth
Gabriele Kreiß, seit Anfang 2007 Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ravensburg, verlässt Oberschwaben. Sie hat sich nicht um den Chefposten der künftigen Arbeitsagentur Konstanz-Ravensburg mit neuem Hauptsitz in der Konzilstadt bemüht. Vielmehr wird Gabriele Kreiß im zweiten Quartal dieses Jahres zur Regionaldirektion Baden-Württemberg nach Stuttgart wechseln. Dort übernimmt sie als Chefin ein Teilprojekt, das die Neuorganisation der Arbeitsverwaltung zum Inhalt hat. Sie ist dann Projektverantwortliche für das ganze Land.
„Ich werde aber viel in Stuttgart sein“, sagte sie gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Zentrale in der Landeshauptstadt sei mit dem Angebot für die neue Aufgabe auf sie zugekommen. Ihre Vorkenntnisse als Juristin sowie in den verschiedenen Abteilungen der Arbeitsverwaltung hätten sie für die Projektleitung empfohlen. „Ich empfinde es persönlich als schade, hier wegzugehen. Es ist aber noch einmal eine neue Herausforderung für mich“, blickt die 59-Jährige nach vorne. „Ich hätte gerne die letzten Jahre meines Berufslebens hier in Oberschwaben und am Bodensee verbracht. Ich kann mit der neuen Situation aber durchaus umgehen.“
Gabriele Kreiß war im Januar 2007 von der Agentur in Balingen nach Ravensburg gewechselt. Vom Arbeitsmarkt her übernahm sie zunächst ein leichtes Erbe. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag 2006 bei 4,5 Prozent. Dies war in Baden-Württemberg die niedrigste Quote, wie Gabriele Kreiß bei ihrer ersten Jahrespressekonferenz verkünden konnte. Fünf Jahre später, im Januar 2012, konnte sie noch mehr strahlen. Die Arbeitslosenquote lag mit 2,7 Prozent (Vorjahr 3,6 Prozent) deutlich unter dem Landes- und Bundesdurchschnitt von 4,0 beziehungsweise 7,1 Prozent und war so gering wie zuletzt vor 30 Jahren in Zeiten der Hochkonjunktur. In ganz Deutschland gibt es nur drei Agenturen in Bayern, die geringfügig bessere Zahlen vorweisen konnten als die Oberschwaben.
Gabriele Kreiß vergisst im Rückblick nicht, dass in der zurückliegenden Finanz- und Wirtschaftskrise die Zahl der Kurzarbeiter so rasant anstieg, wie noch nie zuvor. „Ich bin seit über 30 Jahren bei der Bundesanstalt für Arbeit. Aber so schnell auf so hohe Kurzarbeiterzahlen kamen wir noch nie.“
Stolz ist Gabriele Kreiß auf das Vermittlungsmodell im Bereich Biberach. Hier wurde bewiesen, dass bei guter Personalausstattung Arbeitslose schneller und kostengünstiger in neue Arbeitsverhältnisse vermittelt werden können als mit den herkömmlichen Methoden. „Wenn die Vermittler mehr Zeit für die Kunden haben, dann sind die Erfolgschancen größer!“
