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Friedrichshafen

Fürs Bohren bekommt er keine Medaillen

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Noch ist Olympia in weiter Ferne: Dr. Dieter Matz in seiner Praxis mit Helferin Beate Kobajlo und Vanessa Coronel-Mendoza.
Foto: Dienel

Dieter Matz, praktizierender Zahnarzt in Friedrichshafen und Facharzt für Oralchirurgie, wird nach Peking fliegen, um dort bei der Olympiade als Zahnarzt tätig zu sein. Der Friedrichshafener gehört zur zweiten Gruppe Zahnärzte, die vom 19. bis 25. August Sportler, Funktionäre, Betreuer und Gäste des Deutschen Hauses im Kempinski-Hotel zahnärztlich behandeln wird. Dieter Matz hatte sich bereits für die Olympiade in Athen beworben, kam damals aber nicht zum Zug. Im April dieses Jahres flatterte die Zusage für Peking in seine Praxis.

"Ich war total überrascht über die Zusage. Die zahnärztlichen Stellen für die Olympiade wurden nie in einer Zeitschrift oder im Internet ausgeschrieben, sodass man sich direkt darauf bewerben hätte können. Ich hatte in einer Fachzeitschrift gelesen, dass die Firma Bego als Olympia-Partner tätig ist und die Ausrüstung für deutsche Zahnärzte stellt, die vor Ort behandeln. Da hab' ich mir gedacht Da willst du auch mitmachen und habe eine Bewerbung hingeschickt, in der ich der Firma meine Arbeitsleistung angeboten habe. Ich wollte mal über den Tellerrand schauen und was anderes machen", sagt Matz.

 

Das Bremer Dentalunternehmen ist seit mehreren Jahren Sponsor der Olympischen Spiele und zum vierten Mal Co-Partner der deutschen Nationalmannschaft. Das Unternehmen stellt den Sportlern für anfallende Zahnbehandlungen kostenlose Implantate und Metalle zur Verfügung. Zusätzlich übernimmt die Firma Flug- und Unterkunftskosten der Zahnärzte. Für ihren Einsatz bekommen die Zahnärzte kein Geld, die Arbeit in Peking ist ehrenamtlich. "Ich hab' zu der Zeit Urlaub. Da ist die Praxis sowieso geschlossen und wann bekomme ich sonst schon mal die Gelegenheit, so nahe am Geschehen bei Olympia zu sein", fragt Matz.

Vor Ort wird er nicht nur Sportler, sondern auch Gäste, Betreuer und Funktionäre behandeln: "Wir behandeln dort alle Deutschen, egal in welcher Funktion die bei der Olympiade sind. Ich rechne mit ungefähr 100 Anfragen, wie es bereits in Athen der Fall war. Es passiert ja oft etwas. Ein Sportler stürzt und bricht sich ein Stück vom Zahn ab, oder ein Gast rutscht aus und stößt sich irgendwo an." Behandelt wird in einer Praxis eines deutschen Arztes, der vor einiger Zeit nach Peking gezogen ist. Sollte ein Fall schwerwiegender sein, kommt der Patient laut Matz in eine Klinik in Peking und wird dort versorgt.

Als Häfler interessiert sich der Zahnarzt natürlich besonders für die Volleyball- und Taekwondo-Veranstaltungen: "Ich hab' schon versucht über den VfB Friedrichshafen irgendwie an Karten zu kommen, bisher aber ohne Erfolg. Sollte ich welche kriegen, werde ich die Jungs logischerweise tatkräftig unterstützen. Ich hoffe eh, dass Zeit bleibt, auch mal eine der sportlichen Veranstaltungen anzuschauen."

Hannes Dienel

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