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Friedrichshafen Frühjahrskonzert des Harmonika-Clubs

Akkordeon ist ihre Leidenschaft: Das Publikum war vom Frühjahrskonzert des Harmonika-Clubs Friedrichshafen im Graf-Zeppelin-Haus begeistert. Matthias Matzke und Leonie Kratz überzeugten als Solisten.

Mit dem virtuosen Akkordeonisten Matthias Matzke und Sopranistin Leonie Kratz hat der Harmonika-Club Friedrichshafen (HCF) für sein Frühjahrskonzert zwei ganz besondere Gäste eingeladen. Zusammen mit dem Orchester und solistisch sorgten sie für einen außergewöhnlichen musikalischen Abend im Graf-Zeppelin-Haus.

Das Akkordeon bedeutet für Matthias Matzke Faszination, Leidenschaft und Lebensaufgabe. "Dieses Motto unseres Solisten wollen wir uns an diesem Abend zu eigen machen", kündigte Vorsitzende Sabine Städele an. Und sie hat nicht zu viel versprochen. Zum Auftakt überzeugte das Akkordeonorchester unter der Leitung von Wolfgang Zysk mit seinen knapp 30 Musikern. Auf dem anspruchsvollen Programm standen die Ouvertüre zu "Dichter und Bauer" von Franz von Suppé, ein Potpourri aus "Maske in Blau" von Fred Raymond und ein Medley mit Melodien aus Leonard Bernsteins "West Side Story". Vom gepflegten Walzertakt über die beschwingte Operettenmelodie bis zum spritzigen Musical überzeugten die Akkordeonisten auf ganzer Linie. Ob Tempowechsel oder dynamische Akzente – Zysk verstand es, mit seinem Dirigentenstab den notwendigen Schwung zu vermitteln.

Erstmals präsentierte sich beim Frühjahrskonzert ein Akkordeon-Quartett aus den Reihen des HCF. Veronika Zysk, Patrick Helvy, Arno Gleinser und Wolfgang Zysk spielten gekonnt Astor Piazzollas Tango "Fuga y Misterio". Bestens aufeinander abgestimmt und mit viel Gefühl und Ausdruck, war auch "Acquarelli Cubani" von Luciano Fancelli ein Genuss für die Zuhörer. Für "Mas Que Nada" von Jorge Ben Jor gesellte sich der Percussionist des Orchesters mit der Cajón zum Quartett und unterlegte die lateinamerikanischen Klänge mit dem entsprechenden Rhythmus.

Im zweiten Teil des Konzerts gehörte die Bühne fast ausschließlich den jungen Solisten. Neben großer Musikalität kann ihnen ein hoher Sympathiefaktor bescheinigt werden. Dazu trägt bei, dass Matthias Matzke völlig unaufgeregt im ersten Teil des Konzerts die dritte Stimme des HCF ergänzte. Schon mit der Melodie aus "Pokémon" von Junichi Masuda zog er solistisch in seinen Bann. Mit höchst rasanten Läufen, unterlegt mit einem galoppierenden Bass, ließ der 24-jährige Akkordeonist seine Finger fliegen. Ruhiger wurde es bei "Samba Italiano" von Frank Marocco und "Valse for Anita" aus Matzkes eigener Feder. Anita muss eine Frau sein, die gleichzeitig kapriziös und verspielt ist, mit Charme und Liebreiz verzaubert, sich verhalten gibt und sich gleich darauf sehr direkt zeigt. Als Flirt mit dem Akkordeon und mit jazzigen Akzenten interpretierte Matzke "You can leave your hat on". Die große Leichtigkeit seines Spiels macht einfach Spaß beim Zuhören.

Bereits seit 2013 musiziert Sopranistin Leonie Kratz zusammen mit Matzke. Beide sind Preisträger der Franz-Liszt-Stiftung. Beide haben nationale und internationale Wettbewerbe gewonnen, allen voran "Jugend musiziert", den Deutschen Akkordeon-Musikpreis und den Coupe Mondiale. Ganz klassisch begann dieser Teil des Konzerts mit "Die junge Nonne" von Franz Schubert, der, wie Matzke erläuterte, das Akkordeon noch gar nicht gekannt habe. Mit ihrer klaren Stimme brachte Kratz ihren ganz eigenen Zauber in den großen Saal. Für die Begleitung der nächsten Lieder, davon zwei Eigenkompositionen von Matzke, griff er zum Digitalakkordeon – einem Instrument, das vom Trommelwirbel über Fanfarenklänge bis zur Kirchenorgel jeden Klang in sich birgt.

Zum gemeinsamen Finale spielten HCF und Solisten "El Dorado" von Thomas Bergersen. Leider blieben viele Reihen im großen Saal unbesetzt. Den Zuhörern war das egal – sie bedankten sich, indem sie sich am Ende zum Applaus von ihren Stühlen erhoben, und wurden mit der Titelmelodie aus dem "Phantom der Oper" belohnt.

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