Er beschreibt damit die generellen städtebaulichen Entwicklungsmöglichkeiten rund um den Stadtbahnhof (der SÜDKURIER berichtete). Außerdem will der Ausschuss beantragen, dass das geplante Sanierungsgebiet „Stadtquartier Bahnhof-Friedrichstraße“ in das Landes- und Bundesprogramm zu städtebaulichen Erneuerung ab 2013 aufgenommen wird. Auch das Vorhaben der Vorarlberger Unternehmensgruppe Prisma, den Standort der „See.Statt“ am Bahnhof erheblich auszuweiten, bekam grünes Licht: Der Technische Ausschuss beschloss die Umnutzung des Baugebietes am Stadtbahnhof nach der vorliegenden Planungskonzeption.
Karl Haag vom Stuttgarter Planungsbüro Wick und Partner hatte den Ausschussmitgliedern die Kernaussagen des von seinem Büro erarbeiteten Rahmenplans erläutert. Er meinte, dass die Stadt mit der Friedrichstraße, dem darin eingebundenen Stadtbahnhof und dem angrenzenden Uferpark eine „wohl einmalige Magistrale am Bodensee“ habe, die es zu erhalten und aufzuwerten gelte. „Nur durch Klarheit und Strenge“, so Haag, „erhält die Straße auch ihre Kraft und ihre Wirkung.“ Der Architekt sprach von „prächtigen“ Entwicklungspotentialen, die aber nur durch klare Abmessungen der Gebäude in Höhe, Länge und auch bei den Fassaden gewonnen werden könnten.
Bürgermeister Stefan Köhler wies darauf hin, dass parallel zur inhaltlichen Ausarbeitung des Rahmensplanes auch ein Verkehrskonzept für die Gesamtstadt erarbeitet werden müsse. Dies sei bei der Bürgerbeteiligung deutlich geworden und deshalb sei es in Vorbereitung. Ob der Vorschlag, den Busbahnhof auf die nördliche Seite der Bahngleise zu verlegt, Realität wird, ist nach Köhlers Worten völlig offen. Erste müsse der Verkehrsplan erstellt werden.
Der Antrag auf Fördergelder soll den Rahmenplan mit Leben erfüllen. Sollte ihm durch das Land stattgegeben werden, könnten bis zu 60 Prozent der voraussichtlichen Gesamtinvestitionssumme von 5,8 Millionen Mark aus Landes- und Bundesmitteln sprudeln. Allerdings dämpfte Berater Wolfgang Geyer die Erwartungen der Politiker: „Die Programme sind jedes Jahr mehrfach überzeichnet“, wollte sagen, dass es jährlich zu viele Anwärter auf die Fördergelder gibt. Doch die Stadt hat nach seinen Worten gute Chancen, denn „das Projekt ist sauber vorbereitet“. Die kritische Frage von Hannes Weber (Freie Wähler), ob den bei einer so wohlhabenden Stadt wie Friedrichshafen überhaupt Förderchancen bestünden, beantwortete Bürgermeister Köhler: „Vertreter des RP waren schon zur ersten Begehung hier. Sie wollen wieder kommen, das ist ein gutes Zeichen.“
Das Großprojekt der Prisma am Bahnhofsstandort sieht vor, am jetzigen Standort des Zustellstützpunktes der Post und auf den an die See.Statt angrenzenden Parkflächen drei neue Gebäude zu errichten, die sowohl Wohnbebauung, als auch Geschäfte und Büroflächen vorhalten (der SÜDKURIER berichtete). Heinz Tautkus von der SPD lobte mit Blick auf den Competence Park am Flughafen: „Prisma hat uns noch nie enttäuscht.“
