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Friedrichshafen Fähre "Friedrichshafen" hat wieder Wasser unter dem Kiel

Nach dreimonatigem Aufenthalt in der Häfler Werft ist die Fähre „Friedrichshafen“ jetzt wieder im Wasser. Am Mittwoch wurde sie behutsam in den Bodensee gelassen. Bei der Landrevision wurde das 50 Jahre alte Schiff technisch auf den neuesten Stand gebracht.

Die Stahlseile ächzen und quietschen unter den 430 Tonnen der Fähre „Friedrichshafen“. Nach rund dreimonatiger Landrevision wurde das Schiff am Mittwoch wieder zu Wasser gelassen. Die 50 Jahre alte Fähre bekam in der Friedrichshafener Werft eine General-Überholung: Neue Motoren, ein neuer Anstrich, erweiterte elektrische Funktionen und ausgebaute Barrierefreiheit sorgen jetzt dafür, dass die „Friedrichshafen“ wieder aussieht „als wäre sie 30 Jahre alt“, sagte Christoph Witte, Leiter Schiffs- und Hafentechnik der Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB), bei einer Schiffsbesichtigung. Am 13. Februar soll die Fähre wieder ihren regulären Betrieb aufnehmen.

 



Neue Technik: „Für die nächsten zwei Jahrzehnte ist die Fähre technisch auf dem neusten Stand“, erklärte Norbert Reuter, Geschäftsführer der BSB. Durch die neue Motorisierung spare man über 20 Prozent an Kraftstoff ein. Auf das Jahr gerechnet seien das zirka 100 000 Liter, so Reuter. Die Fähre verbrauche auf 100 Kilometer rund 900 Liter Kraftstoff.

Maßarbeit: Mitte November kam das Schiff in die Werft. Ein Vorgang, der mit Maßarbeit ausgeführt werden musste. „Zum Werktor hatten wir auf jeder Seite lediglich fünf Zentimeter Spielraum“, beschrieb Christoph Witte die Präzision, die dabei notwendig gewesen war. Mittels einer Peileinrichtung sei die „Friedrichshafen“ in die richtige Bahn gelenkt worden.

 

Barrierefreiheit: Auf dem Fahrbahndeck wurde ein behindertengerechter Aufenthaltsraum eingebaut und eine barrierefreie Toilette ergänzt. Wie Witte erklärte, befinde sich der neue Aufenthaltsraum auf Höhe des Fahrbahndecks und verfüge über eine Ruftaste sowie die Möglichkeit, im oberen Service-Bereich Bestellungen aufzugeben. Außerdem wurden die am Schiffsrumpf angebrachten Toilettenerker entfernt, wodurch die Fähre strömungsgünstiger wird.

Herzstück Maschinenraum: Eine wesentliche Neuerung an Bord sind die Schiffsmotoren. „Wir haben eine neue Heizungsanlage und ein neues Motoren-Konzept für die Antriebsanlage“, erklärte Werftleiter Dieter Ehinger. Die zwei neuen Motoren seien sehr wirtschaftlich und wesentlich einfacher zu warten. Ergänzt durch neue Russfilter und eine moderne Kraftstoff-Einspritzung tue man damit einen „guten Dienst für die Umwelt“, so Ehinger weiter. „Das Schiff stößt pro Jahr 350 000 Tonnen Kohlenstoffdioxid weniger aus“, sagte Geschäftsführer Reuter. In die Revision wurden insgesamt rund eine Million Euro investiert. Über 700 Pferdestärken können die neuen Motoren aufbringen. „Unsere Schiffsführer freuen sich, die Fähre wieder manövrieren zu können“, erläuterte Werftleiter Ehinger. Er ergänzte: „Wir haben jetzt auch ein Motoren-Management-System, durch welches jedes technische Ereignis aufgezeichnet wird.“

Aggregate: Im Fährbetrieb hat das Schiff jeweils 20 Minuten Liegezeit. „Über einen Land-Anschluss synchronisieren wir die Aggregate, während die Autos be- und entladen werden. In der Zeit müssen die Motoren nicht laufen und wir beziehen den Strom umweltfreundlich von Land“, sagte Wilfried Groß, zuständig für die Elektro-Installationen an Bord.
 

Die „Friedrichshafen“

Das Schiff wurde 1966 unter dem Namen „Rohrschach“ das erste Mal vom Stapel gelassen. Seine ersten Fahrten unternahm es auf der Schweizer Seeseite. Es wurde anfangs dazu eingesetzt, Eisenbahnschienen- und Waggons zu transportieren. Der Aufbau, um Passagieren Platz bieten zu können, wurde 1983 auf dem Schiff installiert. Seit damals wird die „Friedrichshafen“ als Auto-Fähre eingesetzt.

Die alten Motoren des Schiffes wurden jetzt mit einem Betriebsstand von über 60 000 Betriebsstunden ausgemustert. Um sie bei der Landrevision noch mal in Schuss zu bringen, wäre ein Kostenaufwand notwendig gewesen, vergleichbar dem der Neu-Anschaffung. Die neuen Motoren sind umweltfreundlicher und leichter zu warten. So können sie innerhalb eines Tages ausgetauscht werden. Die „Friedrichshafen“ wiegt 430 Tonnen und wird ab 13. Februar, wieder im regulären Fährbetrieb unterwegs sein.

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