Friedrichshafen Experte gibt Tipps gegen Mobilfunkanlagen
14.10.2011
Friedrichshafen – „Holzschutzmittel und Mobilfunk, eine Katastrophe wiederholt sich!“ – unter diesem Titel hat der Verein „Strahlenschutz am Bodensee“ einen Vortragabend mit Professor Erich Schöndorf im Graf-Zeppelin-Haus veranstaltet. Schöndorf war Staatsanwalt bei den Holzschutzmittelprozessen in den Achtzigerjahren in Frankfurt. Seit dem weltweiten aufkommen der Strahlenproblematik und der damit verbundenen Diskussion um die gesundheitsgefährdenden Auswirkungen, hat er sich auch dieser Thematik zugewandt. Zurzeit ist Erich Schöndorf Professor für Umweltrecht an der Hochschule in Frankfurt.
Schöndorf berichtete von den damals akribischen Ermittlungen bei vielen betroffenen Menschen, welche nicht nur ihre Gesundheit, sondern auch ihre Familien, ihre Existenz und teils auch ihr Leben verloren. Schöndorf deutete an, mit welcher Macht Interessenvertreter der Chemieindustrie versuchten, Zusammenhänge zu verleugnen. Durch jahrelange Arbeit der Staatsanwaltschaft, konnte letztlich das Gericht doch von der Schuld der Beklagten überzeugt werden, wie im Referat Schöndorfs deutlich wurde. Er sieht Parallelen zur Mobilfunkproblematik, zur Krankheitssymptomatik und nicht zuletzt zum Umgang der Gerichte mit diesem Thema. Schöndorf zeigte außerdem auf, wie man in einem Musterprozess – nach dem Vorbild der Holzschutzmittelprozesse – eine juristische Wende einleiten könnte.

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