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Friedrichshafen Experimentieren nach Lust und Laune

Chemisches Institut Dr. Flad zu Besuch an der Realschule Ailingen

Friedrichshafen-Ailingen – Lebensmittelchemikerin Annegret Pfeiffer vom chemischen Institut Dr. Flad aus Stuttgart hat die Realschule Ailingen durch Vermittlung des Chemielehrers Lutz Geisler besucht. Sie ließ die Schüler zahlreiche Experimente zur Lebensmittelchemie machen.

Nach einer Einweisung in neun Versuche, bei der Fachbegriffe und Methoden wie „Sublimation“ oder „Wassernachweis“ behandelt wurden, staunte Pfeiffer über die teils fundierten Chemiekenntnisse der Zehntklässler. Die Versuche wurden mit handelsüblichen Supermarktprodukten durchgeführt. So testeten die Schüler den Wassergehalt in Zahnpasta oder Hautpflegecremes durch Zugabe von wasserfreiem Kupfersulfat. Bei einem anderen Versuch war die Aufgabe, Sauerstoff in Waschmitteln durch die Bildung von Braunstein nachzuweisen, bei wieder einem anderen wurden Waschmittel und Seifen auf Enthärter untersucht. Es gab auch Versuche, bei denen es ans „Eingemachte“ ging. Es wurde Koffein kristallin isoliert, Farbstoff nachgewiesen und der Unterschied zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren sichtbar gemacht.

Die Aktion „SuperLab“ lohnte sich in jedem Fall für die Schüler. Sie gewannen nicht nur ganz neue Erkenntnisse über Produkte, die sie jeden Tag in Gebrauch nehmen, sondern das Experimentieren stärkte auch die fachliche und methodische Kompetenz und eröffnete den Schülern Perspektiven für mögliche berufliche Überlegungen auf diesem Gebiet.

Auch die Lehrer kamen dran: Annegret Pfeiffer erläuterte die Ausbildungsgänge am Chemischen Institut Dr. Flad. Es wurde 1951 in Stuttgart gegründet und ist ein privates, staatlich anerkanntes Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt. Dort werden chemisch- technische (CTA), umwelttechnische (UTA) und pharmazeutisch-technische (PTA) Assistenten ausgebildet, jeweils mit der Option zur Erlangung der Hochschulreife. Während ausgebildete CTAs und UTAs eine Anstellung im Laborbereich finden, arbeiten PTAs vorwiegend in Apotheken. Voraussetzung zur Ausbildung ist ein Realschulabschluss. „Nicht wenige unserer Schüler entscheiden sich noch während der Ausbildung in Stuttgart zu einem späteren Chemie-Studium“, sagte Pfeiffer. Jedes Jahr werden 150 junge Leute aufgenommen – die Ausbildung dauert zwei Jahre. Das Institut ist Unesco-Projektschule und die erste „Schule ohne Rassismus“ in Baden-Württemberg.

Nach einer Fragestunde zum Thema „Berufsausbildung für Realschüler“ machten sich die Lehrer an dieselben Versuche wie vormittags ihre Schüler. Sie hatten sichtlich Spaß daran, und nicht nur die Chemielehrer können nun propagieren: Chemie macht Spaß!

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