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15.06.2012  |  von  |  0 Kommentare

Friedrichshafen Erlebnis fast wie vor 100 Jahren

Friedrichshafen -  Wenn sich am Samstag, zur Eröffnung des ersten internationalen Modellwasserflugtreffens in Friedrichshafen, eine Curtiss A-1 Triad im Maßstab 1:4 vom Bodensee in die Lüfte erheben wird, dann geschieht das exakt 100 Jahre nach dem Erstflug eines Wasserflugzeugs am Bodensee.

Arnim Selinka freut sich bereits darauf, am Wochenende sein DO-24-Modell beim ersten internationalen Modellwasserflugtreffen in Friedrichshafen einer breiten Öffentlichkeit vorzuführen.  Bild: Fritz



Die Curtiss gilt als Mutter aller Wasserflugzeuge und ist neben dem 1:10-Modell der letzten DO 24 von Arnim Selinka eine der Hauptattraktionen des Treffens. Erwartet werden 17 Teilnehmer mit bis zu 25 Flugmodellen, die einzeln in moderierten Flugshows zu sehen sind. Die Shows sollen chronologisch ablaufen, sodass es im Zusammenhang ein Spaziergang durch die Geschichte des Wasserflugbaus wird. Wegen der Flugschauen wird die Zeppelin-Fontäne von Freitagnachmittag bis Sonntag abgeschaltet.

„Mit Spielzeug haben diese Modelle aber nichts zu tun“, sagt Modellbauer und Mitorganisator Rolf Breitinger, der seine DO 18 steuern wird. „Die Kleinen können im Prinzip alles was die Großen können“, ergänzt Arnim Selinka. Er hat im August 1971 den letzten Flug der DO 24 von Mallorca nach Friedrichshafen mitgemacht. Sie diente Claude Dorniers Enkel Iren Dornier als Grundlage für das Flugzeug, mit dem er auf seiner Weltumrundung im Mai 2005 vor Friedrichshafen wasserte. Beide Ereignisse haben in Friedrichshafen großes Aufsehen erregt. „Ich habe die Landung der DO-24 als Elfjähriger gesehen, es war unvergesslich, der Moleturm war so voller Menschen, dass er wie ein Bienenstock aussah“, erinnert sich Kurator Jürgen Bleibler. Er rechnet auch am Wochenende mit schönem Wetter und vielen Zuschauern. So laut wie damals wird es aber garantiert nicht. Die meisten Modelle haben Elektromotoren, die ganz leise summen. Schon basteln Nachwuchstüftler im Rahmen eines Wettbewerbs an neuen Wasserflugzeugen. Auch sie werden ihre noch nicht ganz flugfähigen Modelle an der Musikmuschel zeigen. Diejenigen, die sich schon lange dem Modellflug verschrieben haben, lassen ihre Flieger auf etwa 100 Meter steigen, sodass die Modellflugzeuge von Land aus noch gut zu sehen sind.

Stadt, Landratsamt, Regierungspräsidium, DLRG, Wasserschutzpolizei, Flughafen und Feuerwehr haben für dieses Ereignis an einem Strang gezogen. Die Aufstiegsgenehmigung liegt vor, der Wasserkorridor wird freigehalten. „Es lief alles völlig unproblematisch“, so Jürgen Bleibler, der sich mit der Veranstaltung auf Neuland bewegte. Das Modellwasserflugtreffen ist nämlich Teil des Rahmenprogramms zur Sommerausstellung des Zeppelinmuseums „Hochseetauglich – Theodor Kober & 100 Jahre Wasserflug am Bodensee“.

Das erste internationale Wasserflugtreffen in Friedrichshafen findet am Samstag von 10 bis 17 Uhr und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr statt. Mittagspause ist jeweils von 12 bis 13 Uhr. Die Flugshows an der Freitreppe werden über Lautsprecher moderiert, außerdem besteht die Möglichkeit, mit den Modellbauern persönlich ins Gespräch zu kommen. Die Wasserflugmodelle der Schülergruppen werden am Samstag zu sehen sein.

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