Die Beweise werden immer erdrückender, auch wenn sich die beiden Tatverdächtigen im Mordfall Peter Hilber weiterhin in Schweigen hüllen. Es handelt sich um die Ehefrau und ihren 43-jährigen Freund, beide sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Wie die Staatsanwaltschaft Ravensburg am Montag bestätigte, ist es den Ermittlern der Sonderkommission „Tirol“ gelungen, SMS und E-Mails zu rekonstruieren, die auf den Mobiltelefonen und Computern der beiden Verdächtigen gelöscht worden waren, auch Besuche auf Internetseiten und Chatrooms, die mit dem Mord in Zusammenhang stehen, wurden nachgewiesen. Zudem habe die medizinische Untersuchung des Mordopfers erwiesen, dass Peter Hilber mit einem Narkosemittel außer Gefecht gesetzt wurde, bevor er mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen wurde.
Rückblick: Am 26. April war die Leiche von Peter Hilber zufällig an einem Abgrund im Tiroler Ort Spiss nahe dem Reschenpass gefunden worden. Zuvor war der Mann, der zuletzt in Langenargen wohnhaft war, von seiner Ehefrau als vermisst gemeldet worden. Schnell gelang es den Ermittlern, die Identität Peter Hilbers zu klären. Das 39-jährige Opfer stammt aus Brixen in Südtirol, lebte aber schon seit längerem in Langenargen.
Die Soko „Tirol“ geht davon aus, dass Hilber nicht in Tirol ermordet wurde, sondern irgendwo zwischen Wilhemsdorf und Langenargen. Nun sind die Ermittler allerdings wieder ein Stück weiter. „Die Auswertung der Computer und Handys der beiden Beschuldigten sind ein weiteres Mosaiksteinchen zur Lösung des Falles“, bestätigt Christine Weiss von der Ravensburger Staatsanwaltschaft. In den entschlüsselten Nachrichten soll es um die Planung des Mordes gegangen sein, etwa um einen geeigneten Platz zum Abladen des Leichnams, wie Medien aus Südtirol berichteten.
Auch die Ergebnisse der toxikologischen Untersuchung sind nicht dazu geeignet, die beiden Hauptverdächtigen zu entlasten. So wurden bei Hilber Spuren eines Narkosemittels gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 39-Jährige erst betäubt und danach erschlagen wurde.
„Der dringende Tatverdacht hat sich weiter erhärtet“, bestätigte Wolfgang Hoffmann von der Friedrichshafener Polizei. In Friedrichshafen sind 15 Beamte der Kripo in der Soko „Tirol“ mit der Aufarbeitung des Falles beschäftigt. Insgesamt scheinen die Indizien dafür auszureichen, Anklage zu erheben. „Wir gehen davon aus, dass das noch in diesem Jahr der Fall sein wird“, bestätigte Staatsanwältin Weiss am Montag.
Die Leiche Peter Hilbers, zuletzt wohnhaft in Langenargen, wurde Ende April 2012 in unwegsamem Gelände in Tirol gefunden. Ab dem 19. Februar müssen sich die Ehefrau des Getöteten und ihr Freund vor dem Landgericht Ravensburg verantworten.
